Anleitung zum Unglücklichsein für Tangueras

  1. Sei niemals zufrieden mit Deinem Tanz. Es ist absolut klar, dass Du perfekt tanzen musst, alles unterhalb von perfekt ist Mist und es nicht wert „Tango“ genannt zu werden.
  2. Sei überzeugt, dass alle anderen besser tanzen als Du und Du es sowieso nie lernen wirst. So ist es nämlich, du bist untalentiert, unfähig und ohne Entwicklungspotential. Jawoll. Und um das zu untermauern, vergleiche Dich am besten ständig mit anderen, vor allem mit Leuten, die schon deutlich länger oder einfach viel mehr tanzen als Du.
  3. Höre am besten nach kürzester Zeit auf, Unterricht zu nehmen. Ist eh alles verloren und den Rest lernst Du dann schon irgendwie, vielleicht.
  4. Nimm auf Milongas jede Tanda an, die Du kriegen kannst. Wähle nicht aus, sage einfach immer ja. Dann wirst Du genau die Tanzpartner haben, die Du verdienst.
  5. Alternative zu 4.: Setze Dich in die hinterste Ecke der Milonga, ziehe ein Gesicht wie 10 Tage Regenwetter und schaue niemanden an. So stellst Du sicher, dass auch wirklich niemand mit Dir tanzen möchte.
  6. Baue Dir auf keinen Fall einen festen Stamm an regelmäßigen Tanzpartnern auf – sei es für Unterricht oder Milongas. Wer immer mit den gleichen tanzt….na du weißt schon.
  7. Suche nie (hörst du: NIE) Kontakt zu anderen Frauen auf Milongas. Nimm sie nur als Konkurrentinnen wahr, die es auszustechen gilt. Denn so ist es.
  8. Überhaupt: Gehe am besten immer allein zur Milonga und unterhalte Dich mit niemandem – denn die sind ohnehin alle arrogant, wollen nur mit Dir ins Bett oder interessieren sich null für Dich.
  9. Kaufe Dir Tangoschuhe, in denen Du kaum laufen kannst. Die Absätze zu hoch, die Riemen zu eng. Das muss schließlich so, wusste doch schon Aschenputtel.
  10. Wenn alles zu spät ist: Ein kräftiger Schwips hat noch nie geschadet. Nach drei Gläsern Wein tanzt Du sowieso viel besser, die Welt sieht ganz anders aus – und der nächste Tag erst… Prost.

Und nicht zu vergessen: Mache den Tango zu Deinem Leben. Er ist das einzige, was für Dich noch zählt. Du sollst nichts anderes mehr neben ihm haben. Dein ganzes Sein hängt nur von ihm ab und ohne ihn bist Du nichts.

Psst, einen habe ich noch, den sage ich aber nur ganz leise, geflüstert quasi: Suche im Tango unbedingt nach Deinem Glück, am besten in Form eines Traumprinzen, und zwar um jeden Preis, koste es, was es wolle, bis zur Verzweiflung. Wenn Du dadurch nicht unglücklich wirst, dann bist Du ein echter Glückspilz.

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