Milongatypen #8: Der Newbie-Sitter

Er ist immer da, und er tanzt seit einer gefühlten Ewigkeit. Nicht gut, aber stetig. Meist dasselbe. Und er tanzt fast immer mit den Anfängerinnen. Sobald diese seinem Tanz entwachsen sind, hören sie gänzlich auf mit ihm zu tanzen, oder schenken ihm nur ab und an mal eine Dankestanda dafür, dass er ihnen ihre Anfangszeit versüßt hat. Aber das macht nichts, denn Nachschub kommt bestimmt. Und ihm macht es sichtlich Freude, die Newbie-Damen auf der Tanzfläche mit seinen Moves zu überraschen, um ihnen dann zu erklären, wie sie diese oder jene Figur tanzen sollen. Ihm schmeichelt es, wenn sie in seinen Armen überrascht kichert oder heimlich errötet. Dass nicht alles so klappt, wie es soll, stört ihn nicht. Außerdem hat er sich über die Jahre auf den Tanz mit Anfängerinnen spezialisiert, er weiß genau, wie er auch noch ungelenke Tänzerinnen in Ochos, Sandwiches und Wiegeschritte leitet und wie auch eine Achse brauchen seine Partnerinnen nicht, im Gegenteil, die könnte manchmal sogar störend sein. Gern teilt er sein Tangowissen auch neben der Tanzfläche und erzählt den Anfängerinnen die eine oder andere Tango-Geschichte, der diese mit großen Ohren lauschen. Er fühlt sich in seiner Rolle sichtlich wohl. Er bleibt dabei stets freundlich, höflich und nett, auch wenn die Damen irgendwann nicht mehr mit ihm tanzen. Da steht er drüber, das kennt er schon. Macht ja nix, es gibt stets genug neue Novizinnen, die sich in der großen unbekannten Milongawelt über einen Newbie-Sitter wie ihn freuen.

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