Follow-up: Privatstunde?!

Privatstunde?! war ein viel diskutierter Blogpost auf Berlin Tango Vibes im Oktober 2018. Im Kern ging es dabei darum, ob es in Ordnung ist, wenn mehrere Privatstunden gleichzeitig im selben Unterrichtsraum stattfinden und sich mehrere Lehrer-Schüler-Paare somit nicht nur den Raum, sondern auch die Musik teilen. Soweit so gut – oder schlecht.

Doch: Andere Länder – andere Sitten. Inzwischen ist mir zu Ohren gekommen, dass es im Ausland teilweise noch eine Steigerung der parallelen Privatstunden gibt. Insbesondere scheint dies dort der Fall zu sein, wo Räume noch teurer und schwerer zu kriegen sind als in Berlin und Tango weniger verbreitet. Da finden dann nicht nur mehrere Tango-Privatstunden in einem Raum statt. Nein, dort finden mehrere Tanz-Privatstunden in einem Raum statt: Tango, Swing, Standard, Salsa – alles zur selben Zeit am selben Ort. Die Musik wird fair aufgeteilt. Jeder Tanz bekommt 15 Minuten. Mein größter Respekt, aber auch mein größtes Mitleid für alle, die unter diesen Bedingungen versuchen Tango zu lernen.

Ich will mit diesem Beitrag nicht im Sinne des: „Schau mal, andere haben es noch viel schlechter, wir sollten froh sein.“ sagen, dass ich es nun plötzlich doch gut finde, wenn vier Paare in einem Raum ihre Tangoprivatstunde haben. Ich weiß von einigen Tangoschüler*innen in Berlin und anderswo, die ausschließlich aufgrund der Rahmenbedingungen entschieden haben, bei einer*m bestimmten Lehrer*in oder in einer bestimmten Schule keine Privatstunden mehr zu nehmen. Eine Privatstunde ist ein großes finanzielles Investmest für die Lernenden, gleichzeitig machen Lehrer*innen und Tangoschulen bzw. Raumvermieter das natürlich auch nicht aus bloßer Liebe zum Tango. Es muss sich rechnen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss am Ende für beide Seiten stimmen.

Ich fürchte, aufgrund der immer schwierigeren Raumsituation in Berlin werden auch hier viele Beteiligte zukünftig andere, neue Lösungen suchen müssen. Aber ich bin auch überzeugt, dass es bessere Lösungen gibt, als wilde Raumsharing-Modelle wie oben beschrieben.

2 Kommentare zu „Follow-up: Privatstunde?!

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  1. In Paris hatte meine Partnerin eine Privatstunde in einem Privatzimmer. Mehr als 15qm und glatten Boden braucht so was m.E. nicht.

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  2. man wird abgelenkt, bringt nur ein leichteren Geldbeutel, solche Leerstunden sollte man sich sparen. Ohne Konzentration kein Lernerfolg, Durcheinandergeplapper dazu noch Themenfremdes, Nö. Wenn man denn unbedingt diesen Lehrer will wäre eine Alternative wäre das heimische Wohnzimmer oder einen Raum, könnte auch des Lehrers Unterrichtsraum sein. Für zwei oder drei Stunden mieten und den Lehrer kommen lassen. Die Kosten könnte man sich ja mit einem zweiten Paar teilen.

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