Tango Dreams von Lea Martin

Als Lea Martin ihre Kolumne auf Tango Kulturinfo startete, waren wir drei Gründerinnen von Berlin Tango Vibes gerade dabei, die Idee für unseren Tangoblog zu konkretisieren. Neugierig lasen wir Lea Martins Kolumnen, die durchaus Parallelen zu unserem Konzept haben: Relativ kurze Texte, die unmittelbare Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Tango schildern. Texte, die die Tangowelt nicht erklären wollen, sondern direkt aus der „freien Wildbahn“ berichten. Erfahrungen, in denen Widersprüche stehenbleiben dürfen, weil sie echt sind und noch nicht durch rationale Zensur oder psychologische Analyse wegerklärt wurden. Erlebnisse, die naiv sein dürfen, verträumt, realitätsfern, eben weil es sich in diesem Moment so anfühlt, auch wenn der Kopf natürlich weiß, dass dies keinen Bestand haben wird oder nur eine Illusion ist. Genau dieser Illusion, der ein großer Teil des argentinischen Tangos gehört, geben die Texte Raum. Sie darf sein – weil wir das so wählen. Nicht weil wir die Dinge nicht auch anders sehen könnten, sondern weil wir sie nicht anders anschauen wollen. Weil wir uns – und das ist eine bewusste Entscheidung – dem Wunder, dem Zauber des Tangos hingeben.

Der Tango bietet ein besonderes Biotop für Erwachsene in unserer durchrationalisierten Welt und Texte, wie die von Lea Martin, halten dieses schwarz auf weiß fest. Tangotänzer*innen werden sich darin wiedererkennen und Menschen, die nicht Tango tanzen, bekommen einen Einblick, was die Magie des Tangos ausmacht.

Ich weiß nicht, ob es Lea Martin auch so geht, doch zu den Texten auf Berlin Tango Vibes erhalten wir immer wieder mal „Erklärbär“-Rückmeldungen. Da meint jemand, der Autorin eine Situation erklären zu müssen, damit sie rational versteht, damit die Seifenblase zerplatzt, damit sie klar sieht, damit sie unmissverständlich weiß. Doch im Tango geht es nicht ums Sehen, sondern ums Fühlen und es geht auch nicht ums Verstehen, sondern ums Tun – und genau davon handeln diese Texte – viele von unseren genauso wie die von Lea Martin.

Jetzt hat Lea Martin ihre Kolumnen in einem Buch veröffentlicht, in dem der*die Leser*in eintauchen kann in ihre „Tango Dreams“. Wer durch die 82 Kolumnen streift, die das Buch enthält, folgt dabei auch einer Tänzerin auf dem Weg von der Anfängerin zur erfahrenen Tanguera. Die Gedanken und Erfahrungen verändern sich, aber die „Tango-Träume“ bleiben.

Vier meiner persönlichen Favoriten:

10. Kolumne „Familie Tango“ – „Peter Tango“, „Klaus Tango“, „Andreas Tango“, ich liebe es!
40. Kolumne „Tanguero Braut“ – Selbst ist die Frau!
55. Kolumne „Kennen wir uns?“ – Über das absurde Spiel mit der Anonymität auf Milongas – wer kennt es nicht.
78. „Dem Tango verfallen“ – Das bewusste „Ja zum Tango“.

Bestellen könnt ihr das Buch mit folgenden Angaben in jeder Buchhandlung (nicht auf Amazon) oder versandkostenfrei per Mail unter: info[at]joanmartin.de

Tango Dreams von Lea Martin, Hardcover, 172 Seiten, mit Lesebändchen ISBN 9-783935-401081, 14,95 EUR
Berlin, Februar 2019

Mehr Informationen findet ihr hier.

Viel Freude beim Lesen oder Verschenken!

2 Kommentare zu „Tango Dreams von Lea Martin

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  1. Also ich bin eher zufällig auf diese Seite, diesen Blog gekommen. Ich finde die Idee dazu toll, die kleinen Geschichten sind sehr schön geschrieben, sehr persönlich, authentisch und geben gut wieder, was Tango ausmacht und was man beim Tango so erlebt. Auf jeden Fall eine Empfehlung und bitte fortsetzen mit dem Schreiben den der Blog hier ist absolut gelungen. Bin neugierig und gespannt auf MEHR vom Tango Blog hier. Michael Juni 2019

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