Vereinbarkeit von Familie und Tango – Tangomuddis Auswertung

Vor einer Weile führte Tangomuddi, inspiriert von einer Diskussion hier auf dem Tangoblog Berlin Tango Vibes eine Umfrage zum Thema Vereinbarkeit von Tango und Familie durch. Die Ergebnisse hat sie auf ihrem Blog veröffentlicht.

Ich habe selbst keine Kinder und kann mir auch ehrlich gesagt nicht so richtig vorstellen, wie es so wäre mit mir und dem Tango und Kindern. Denn ich finde ja die Vereinbarkeit von Tango und Beruf schon schwierig genug. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe mich also gefragt: Was sagen mir die Ergebnisse der Umfrage über mein potenzielles Tangoleben mit Kindern?

Zunächst einmal das, was auch andere Studien sagen: Ich als Frau würde vermutlich das Gros der Betreuung übernehmen und wahrscheinlich auch weniger Arbeiten als mein männlicher Partner.

Vermutlich würde ich mindestens drei Monate Tangopause nach der Geburt machen. Keine große Überraschung. Wenn ich mir Bekannte aus meinem Umfeld in den ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes anschaue…an Tango ist da nicht zu denken. Ggf. könnte die Tangopause sogar bis zu einem Jahr dauern, sagt die Umfrage. Puh, das fällt mir schwer zu glauben, so lange ohne Tango…? Schnell wieder tanzen wäre in jedem Fall erstrebenswert – aus vielen Gründen: Gehen auf hohen Schuhe stärkt die Beckenbodenmuskulatur – wer hätte das gedacht?

Vermutlich würde ich – so sagen die Umfrageergebnisse – mit eigenen Kindern weniger zu Tangokursen gehen als vorher. Das kann ich sofort nachvollziehen. Die wenige Zeit, die für Tango bliebe, würde ich wohl lieber auf Milongas verbringen als im Unterricht. Zumindest solange ich mit meinem Tanz noch einigermaßen zufrieden wäre und nicht das dringende Bedürfnis nach schnellem Vorankommen hätte. Vielleicht würde das Mama-Sein ja meinen stetig drängend Ehrgeiz etwas zähmen. Für Milongas hätte ich laut Studie allerdings auch nur sporadisch Zeit. Wenn ich Glück habe, immerhin 1x pro Woche. Nein, das ist nicht viel, aber besser als nichts…. Doch Rettung ist in Sicht: Ab 50 wird alles wieder gut. Welch‘ Aussichten.

Beruhigend: Ob Eltern oder nicht – Kinder sind nicht das Haupthindernis für den Tango, sondern – wer hätte das gedacht: Die liebe Arbeit. Das ändert sich also nicht, Kinder hin oder her.

Dennoch: Wäre ich Mutter und wollte tanzen gehen, würde ich – laut Studie – am wahrscheinlichsten einen Babysitter engagieren und auch der will schließlich bezahlt werden. Die Milongabesuche wären also plötzlich richtig teuer. Eine andere und zudem günstigere Möglichkeit wäre, dass Eltern abwechselnd tanzen gehen – heute ich, nächste Woche du – und der andere jeweils die familiären Pflichten übernimmt. Das Tanzen käme dann dem Ausbruch aus dem Familienleben gleich. Ohne Partner, ohne Kinder, frank und frei – ganz wie früher, zumindest bis das Handy klingelt oder die vereinbarte Zeit abgelaufen ist.
Sicher würde ich auch darüber nachdenken, die Kids einfach mitzunehmen à la familiärer Nachbarschaftsmilonga für jung und alt. Der Tango wird dann geselliger, weniger verrucht – muss ja nicht schlecht sein. Und wer weiß, vielleicht würden meine Kids ja echte Tango-Superstars, wenn sie nur früh genug anfangen…

2 Kommentare zu „Vereinbarkeit von Familie und Tango – Tangomuddis Auswertung

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  1. Hallo Laura, mein Mann und ich, wir finden Deine persönliche Interpretation der Umfrage super. Und ja, ein Jahr Pause ist locker drin, glaub mir, das geht schneller rum als Du Dir vorstellen kannst! Dafür bekommt der Tango einmal pro Woche einen ganz neuen Stellenwert und wird noch viel intensiver genossen. Geht zumindest mir so. Köln ist übrigens schon in der Planung einer Familienmilongareihe… I’ll keep you updated!

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