7 Tage – 7 Milongas: Tag 5 – 7

Eine Woche Urlaub: 7 Tage, 7 Milongas – das ist das Ziel. Nicht etwa auf einer Tangoreise, sondern zuhause in Berlin. Gesagt, getan:

Zu Tag 1 – 4

Tag 5: ich spüre die beiden tanzintensiven Milongas der letzten Tage in den Füßen, trotzdem geht es natürlich wieder auf die Piste. Weniger um zu tanzen, mehr um einfach da zu sein. Es gibt wieder eine Show, doch ich mag nicht von meinem Platz aufstehen, um sie zu sehen. Also sehe ich sie nicht. Ich glaube, die Milonga an sich war schön, aber ich wurde heute nicht so recht Teil davon, was ok ist, ich wollte ja nur da sein und gehe auch recht früh. Mir fällt auf: Nach vier Tagen persönlichem Milongamarathon in Berlin kenne ich nun sogar schon die meisten aktuellen Tango-Berlinbesucher*innen aus aller Welt.

Tag 6: Ich entscheide mich für eine Nachmittagsmilonga, denn ich will mal wieder früher ins Bett. Dort treffe ich einen Tangobekannten, den ich lange nicht mehr gesehen habe, und habe zwei schöne Tandas mit ihm, allein dafür hat es sich gelohnt. Sonst ist der Nachmittag eher bescheiden. Die Musik inspiriert mich heute nicht, eine echte Atmosphäre entsteht nicht, der Boden ist schwierig. Nach knapp zwei Stunden bin ich auch schon wieder weg. Es hätte schön sein können, war’s aber halt nicht.

Tag 7: Nochmal eine Nachmittagsmilonga. Ich komme recht früh, es ist noch nicht so voll, aber es sind schon gute Tänzer da. Beste Ausgangssituation also. Dementsprechend viel tanze ich auch – und gut, ich bin selbst positiv überrascht. Mein Körper und mein Gemüt sind so richtig in Tanzlaune, die Musik beschwingt mich zusätzlich, jeder meiner Tanzpartner inspiriert mich auf seine Weise und ich sie hoffentlich auch. Ein schöner Abschluss meiner Tanzwoche. Als ich genug habe, packe ich meine Sachen und gehe. Wenn’s am schönsten ist… so sagt man – und genauso mache ich das.

Fazit: Die harten Fakten: Ich habe 52 Euro für Eintritte ausgegeben, 12,80 Euro für Getränke und ein Stück Kuchen. Ich habe zwei Shows gesehen und ein Mal Livemusik gehört. Ich hatte drei für mich persönlich nicht so gute Milongas, eine durchschschnittliche und drei gute. Unterm Strich ein ordentlicher Schnitt.
Interessant fand ich, dass durch die Verabredung mit mir selbst, jeden Tag eine Milonga zu besuchen, sich die Erwartungshaltung entspannte: Dass nicht jede Milonga der Knaller wird, war klar und auch nicht schlimm. Manchmal wurde ich positiv überrascht, manchmal negativ – beides war okay. Mein Ziel, auf der Milonga zu erscheinen, hatte ich bereits mit dem Eintritt erreicht, der Rest war Kür. So entstand eine gewisse (Erwartungs-)Freiheit. Auch wurden Verabredungen mit anderen sekundär, ich suchte mir eher die Milongas aus, die für mich am besten passten und achtete weniger darauf, wer wohin geht. Das machte mich offener für die Begegnungen, die sich zufällig ergaben. Trotzdem fand ich es interessant, wie sich sehr schnell eine gewisse „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Vertrautheit mit denen entwickelte, die ich ständig traf, egal ob es Berliner oder Berlinbesucher waren.

5 Kommentare zu „7 Tage – 7 Milongas: Tag 5 – 7

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  1. Ja, mit dieser „Und täglich grüßt das Murmeltier-Vertrautheit“ arbeite ich auch. Häufig hingehen und strategisch taktisch zuerst nur die hässlichen Frauen auffordern. Irgendwann bekommt man dann tatsächlich eine anerkennende Mirada von einem Leckerbissen. Kurze Zeit später gönnt sie mir vielleicht eine Tanda. Jetzt habe ich eine schöne Frau im Arm und zeige allen mein Glück. Jetzt, hier, gehört sie mir. Ich drehe Sie, damit jeder ihre Schönheit sieht, ich lasse ihr Zeit für ihre Verzierungen, damit jeder ihre Grazie sieht und …. strahle hinterher wahrscheinlich wie ein kleiner Junge zu Weihnachten.

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    1. Ich möchte mal ein ganz großes Fragezeichen hinter die Aussage „häßliche Frauen“ setzen.
      1. Wage ich zu bezweifeln, ob es die wirklich gibt.
      2. Ausserdem frage ich mich, ob hier eine undifferenzierte Vermischung von Tanzkönnen und Aussehen vorliegt.

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