7 Tage – 7 Milongas: Tag 1 – 4

Eine Woche Urlaub: 7 Tage, 7 Milongas – das ist das Ziel. Nicht etwa auf einer Tangoreise, sondern zuhause in Berlin. Gesagt, getan:

Tag 1: Es startet zäh. Ich bin früh da und sitze erstmal nur rum. Es ist wenig los und ich möchte meine Milongawoche mit einer guten Tanda beginnen. Endlich kommt eine Freundin, wir vertreiben uns die weitere Wartezeit mit einem Plausch in der Ecke. Als es sich gefüllt hat, ziehen wir an die Bar um und signalisieren Tanzbereitschaft. Es wird ein solider Milongaabend. Meine schönsten Tandas sind zwei Milongatandas, eine mit einem Besucher aus den USA, eine mit einem ehemaligen Mitschüler aus dem Tangounterricht. Eine getragen von der Neugier auf das Unbekannte, eine entspannt durch das Vertraute.

Tag 2: Ich fahre durch die halbe Stadt zu einer Milonga, die es zwar schon eine Weile gibt, die ich aber noch nie besucht habe. Doch leider werde ich mit der Milonga heute nicht warm. Auch tänzerisch bin ich irgendwie nicht gut drauf. Die Balance schwierig, die Koordination naja. Ich habe das Gefühl, die Herren, mit denen ich tanze, zerren an mir rum. Ich frage mich, ob ich heute zu langsam, zu träge bin oder ob es eher an den Herren liegt. Ich tanze nur wenige Tandas mit mir bekannten Gesichtern und mache mich bald wieder auf den Heimweg, der dauert ohnehin lange genug.

Tag 3: Eine besondere Milonga mit Show und Livemusik und einem gesalzenen Eintrittspreis. Kurz überlege ich am Eingang, bei dem Preis wieder umzudrehen, aber dann gehe ich doch rein und bereue es nicht. Ich tanze zwei Stunden durch, non-stop. Mit Bekannten und Unbekannten. Keine Tanda ist schlecht, keiner zerrt (auch nur gefühlt) an mir rum, meine Achse steht, die Musik fließt durch meinen Körper. Nach der Show tanze ich weiter, irgendwann bin ich müde, sitze mehr, schaue den andern zu. Als die letzte Tanda angesagt wird, stehe ich auf und gehe. Für mich hat sich der Eintritt gelohnt.

Tag 4: Neue Milonga, neuer Ort, neues Glück. Etwas ungewohnt ist es, an diesem Ort Tango zu tanzen, der doch eher auf Party ausgelegt ist. Entsprechend spielt der DJ auch eine Party-Tanda nach der andern. Da soll noch mal jemand sagen, beim Tango gäbe es nur Herz-Schmerz-Gejammere. Der Ort, die Amtosphäre, die Musik scheinen zu inspieren, es wird wilder, freier, experimenteller getanzt als sonst. Dadurch ist es auch etwas rempeliger auf der Tanzfläche. Ich bleibe bis zum Schluss, tanze viel und unterhalte mich ebenso viel. Das hat heute richtig Spaß gemacht!

Fortsetzung folgt….

2 Kommentare zu „7 Tage – 7 Milongas: Tag 1 – 4

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