Gesteigerte Effizienz

Ich habe einen neuen Job und viel weniger Zeit. Das heißt vor allem: Viel weniger Zeit für Tango. Immerhin ein bisschen mehr Geld. Ist aber auch nicht wirklich der Rede wert. Und: Ich will weiter Tango tanzen und besser werden. Bleibt die große Frage: Wie?

Hier ist der Plan: Mein Tango muss effizienter werden. Gleicher Spaß, gleicher Fortschritt in weniger Zeit. Tja, da ist sie wieder, die Controllerin.

Was nützt mir ein Flatrate-Paket an einer Tangoschule, wenn ich es gar nicht nutzen kann. Aus. Ende. Schluss damit. Ebenso der Kurs, den ich eigentlich nur noch mache, weil der Tanzpartner so nett ist und ich ihm nicht „kündigen“ will. Ersatzlos gestrichen. Überhaupt: Alle Kurse, die mir „eigentlich nicht so viel bringen“. Rigoros aussortiert. Stattdessen handverlesene Klassen oder Workshops, bei denen der Zielerreichungsgrad stimmt, und mehr Einzelstunden. Der mikrige Gehaltszuwachs muss doch sinnvoll investiert werden. Außerdem richten sich Privatstunden nach meinem Terminplan und nicht umgekehrt. Ausgezeichnet. So will ich das. Zusätzlich dazu: Regelmäßig zuhause üben. Das ist zeitflexibel, geht auch noch abends nach Feierabend oder vor der Arbeit. Ich schlage dabei sogar zwei Fliegen mit einer Klappe: Tango als Gehmeditation am Morgen. Großartig. Effizienz pur.
Genug. Thema „Tango lernen“ erfolgreich abgehakt. Input-Output-Relation optimiert.

Etwas schwieriger: „Tango tanzen und dabei Freude haben“. Zumal Freude im Tango schwer planbar ist. Ich gebe mein Bestes: Ich streiche alle Milongas, bei denen ich meist keinen guten Abend habe, und – keiner weiß wieso – trotzdem immer wieder hingehe. Lohnt nicht. Dann cancele ich alle Milongas, die unter der Woche stattfinden und zu weit weg sind oder erst ab 23h schön werden. Nicht machbar. Damit ist die Auswahl schon extrem reduziert. Gut so. Bleibt das Wochenende. In Berlin wäre es zwar möglich, einen Milonga-Marathon von Freitag bis Sonntag durchzuziehen. Aber dafür bin ich wohl zu alt. Zumindest fehlt mir die Energie. Ich brauche Regeneration für die neue Arbeitswoche. Also heißt es auch hier: Klug Selektieren. Manchmal fällt die Entscheidung schwer: Zwischen der Milonga, bei der ich viele Bekannte treffe, und der, bei der ich die Chance auf bessere Tänze mit verschiedenen unbekannten Tänzern habe. Im Zweifel muss ich abwechseln. Je nach Lust und Laune.

Immerhin habe ich jetzt mehr Urlaubstage, so sind auch mehr Tangoreisen drin. Irgendwo muss es sich doch lohnen. Unterm Strich.

Ein Kommentar zu „Gesteigerte Effizienz

Gib deinen ab

  1. Nun, der interessierte Leser fragt sich mithin, warum plötzlich eine junge Dame,
    welche wegen einer infinitesimalen Gehaltssteigerung, -aber zugleich deutlich zunehmendem Zeitaufwand- einen Arbeitsplatzwechsel auf sich nimmt, nun plötzlich den Tango optimieren möchte, wo sie doch offenbar besser daran getan hätte, diese Optimierung bei der Suche nach der neuen Tätigkeit durchzuführen. Man möchte fast geneigt sein, sich zu fragen, ob der Beruf einer Contollerin wirklich das Richtige für sie sein sollte.
    Wie auch immer -eine Resourcenoptimierung bezüglich finanzieller Mittel und zeitlicher Limitierung soll also stattfinden.
    Insbesondere der Unterricht soll möglichst wenig kosten – am besten garnichts: Mit 0 EUR/h wäre dann das Ziel erreicht?
    Wer jedoch Erfolg bei einer Optimierungsaufgabe erringen möchte, muss unkonventionell denken: Die Null ist nicht das Limit.
    Denken sie an ihre Controller-Ausbildung: Negative Kaufpreise! Also statt wie bisher, zahlen Sie einfach nicht beim Tangounterricht – verdienen Sie lieber Geld damit: Werden Sie Tangolehrerin. Genauso ist es mit den Fehlern. Suchen Sie nicht bei sich für viel Geld die Fehler beim Tanzen, verdienen sie damit, Fehler bei anderen zu suchen! Das sollte doch keine Schwierigkeiten bereiten, Sie sind ja schliesslich Controllerin, oder?
    Und nach meinem letzten Berlin-Besuch möchte ich konstatieren: egal auf welchem Niveau Sie tanzen – es gibt dort hinreichend viele denen Sie noch etwas beibringen können. Nur Mut!
    Optimal optimistische Grüsse aus dem 1. Bezirk
    Wiener Milonguero

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: