Happy Birthday, Berlin Tango Vibes!

Heute feiern wir unseren ersten Geburtstag. Seit einem Jahr melden wir uns, mal lauter, mal leiser. Immer wenn wir Hunger haben.

Die Geburtsstunde des Blogs ist damit schon unsere zweite Tangogeburtsstunde.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber könnt ihr euch auch noch an den EINEN Tag erinnern, als ihr zum allerersten Mal in die Tanzschule gekommen, zum allerersten Mal wortwörtlich mit Tango in Berührung gekommen, die ersten Schritte gegangen seid?

Ich erinnere mich noch gut. Bei mir war es ein Neujahrsvorsatz: Im neuen Jahr gehe ich nach der Arbeit in die Tanzschule, ohne Partner, ohne Ahnung. Zwei Minuten hingehen, noch gar nichts regeln wollen, einfach dagewesen sein. Und eine xbeliebige Tanzschule, Hauptsache einfach zu erreichen, so dass ich auch keine Ausflüchte finden konnte. Und wie der Zufall so will stand er dann direkt vor mir, in der Warteschlange für die Neuanmeldungen, genauso herrenlos wie ich: Mein Tanzpartner der ersten Stunde, ein superlustiger Arzt, der mir über die ersten Tangokinderkrankheiten geholfen hat.

Das erste Mal war bei mir unspektakulär und nicht gerade ergreifend. Mit einer Freundin besuchte ich einen Einsteiger-Single-Wochenendworkshop und wir hatten nicht wirklich eine Vorstellung davon, was Tango ist, bzw. sein kann. Der Workshop war  nicht wirklich schön – viele kurz hintereinander folgende Partner*innenwechsel, so dass man keine Möglichkeit hatte, sich wenigstens kurz auf eine Person „einzuschwingen“, viele fremde Schwitzehände, einige unangenehme Körpergerüche, zuviel ungewollte Nähe und danach noch immer keine greifbare Idee, wo das mal hinführen könnte. Ein, zwei vorgetanzte Tangos von den Lehrer*innen und kein allzu schnelles „Bäumchen-Wechsel-Dich“ hätten vielleicht geholfen. Mein „richtiges“ erstes Mal fand ein halbes Jahr später in der Cafeteria eines Krankenhauses statt. Aber das erzähle ich ein anderes Mal…

Ich habe meine erste Tangostunde ein bisschen genauer geplant. So überzeugt, dass Tango mich begeistern würde, war ich zwar nicht, aber ich wollte es mal ausprobieren, hatte ich doch so viel Gutes über die Berliner Tangoszene gehört. Also habe ich einfach den zeitlich und örtlich nächsten Anfänger-Workshop gegoogelt und die Tangoschule angeschrieben, dass ich zwar teilnehmen möchte, aber keinen Partner habe. „Kein Problem, du bekommst einen Springer“, war die prompte Antwort. Ich hatte zwar keine Ahnung, was ein Springer ist, aber ich bin dann einfach mal hingegangen und siehe da, da stand ein sehr netter Herr für mich bereit, der sicherlich auch einen Anteil daran hatte, dass mich das mit dem Tango seit diesem 2-stündigen Workshop einfach nicht mehr losgelassen hat.

Kennt ihr diesen Zauber des Anfangs? Dann würden wir uns sehr über eure Kommentare oder Leserbriefe freuen: Was war dein erster Tangomoment?

9 Kommentare zu „Happy Birthday, Berlin Tango Vibes!

Gib deinen ab

  1. Nun, werte Damen, hiermit möchte ich Ihnen meine geneigten Glückwünsche für dieses Projekt kundtun.
    Wiewohl ich bedauerlicherweise nicht immer die Meinung der jeweiligen Autorin teilen kann, ist es mir ein besonderes Anliegen,
    selbst wenn ich mich eines Lobes (s. vorangegangenen Blogpost) schuldig machen sollte, die vorwiegend originäre
    und orginelle Themenwahl sowie deren Verhandlung (sic!) an dieser Stelle positiv zu konnotieren.
    Ich würde Ihnen wünschen, dass am Ende des Tages die Länge der Reihe der Gratulanten
    die Reihe der Grantler (ist ja bislang nur ein weinerlicher) um ein vielfaches übertreffen möge.
    Bleiben Sie ihrem Stil treu!

    Ihr Ihnen gewogener

    Wiener Milonguero

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  2. Ich Im Anfänger-Wochenende-Workshop, ziemlich spontan, sonst nix zu tun, keinen Partner, nichts über Tango gehört, skeptisch aber neugierig.
    Große Vorrede des Lehrers….

    „Der Tango könnte euch packen und Euer Leben verändern….“

    Wie schwülstig hab ich gedacht.

    Und wurde eines Besseren belehrt… 😉

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  3. Erst mal meinen Glückwunsch zum einjährigen Blogbestehen. Ich mag euren Blog und lese gerne mit.

    Tja, wie war das erste Mal. Eben deklinierte ich einige Frauen durch, aber ich kann mich nicht an das erste Mal erinnern. Für Frauen soll das ja angeblich anders sein. Bei mir erfolgte der Zugang zum Tango über den Standardtanz. Einige Jahre besuchte ich mit meiner Ehefrau einen einschlägigen VHS-Kursus. Irgendwann gab es immer häufiger Terminprobleme und ich machte erst mal alleine mit dem Tango Argentino weiter. Das war es.

    Simone Schlafhorst
    https://www.facebook.com/groups/1777805652433789/
    äußert hierzu in ihrem Buch Neurotango
    http://www.tango-therapie.com/das-lehrbuch.html
    unter Verweis auf die Studienlage, dass viele Menschen mit dem Tango beginnen, wenn sie einen Verlust erlitten haben. Die Autorin vermutet, dass die Kraft der Umarmung beim Tango eine psychisch stabilisierende Wirkung hat.

    Tja, also einen bestimmten erlittenen Verlust sehe ich jetzt nicht. Aber irgendwas wird es schon sein, irgendetwas war immer.

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  4. Wie schnell doch ein Jahr vergeht – Glückwunsch!
    Ich suchte ein Hobby für den Winter – habe dann aber im folgenden Sommer nur die Kurse beendet.

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  5. Ich mit Standard-Tanzpartner beim Tango-Schnupperkurs. Gehen. Alleine. Dann im Paar. Ohne Arme! Mit gefühlt einem Meter Abstand! Das soll Tango sein?? Man merkte aber doch bereits den Reiz, viel flexibler als der „Rahmen“ im Stadardtanz. Abends zum Abschluss tanzten unsere beiden Lehrer dann einen Tango vor. Gedämpftes Licht, rotes Plüschsofa, endlich wieder ich es mir vorgestellt hatte. Ich so: Mund offen, staunend, leicht peinlich berührt ob der Intimität, im die ich einzubrechen schien. Mein Tanzpartner: „Boah, ist das langweilig!“ 😀
    Was soll ich sagen, wir zwei haben NICHT angefangen, zusammen Tango zu lernen. Alles in allem hat es dann noch vier Jahre gedauert, bis ich diesen Frühling (jetzt in Nordschweden) endlich „richtig“ angefangen habe…. Gut Ding will wohl Weile haben.

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  6. Happy Birthday Berlin Tango Vibes!
    Hm, meine erste Berührung mit dem Tango Argentino war wohl nicht sooo aufregend, als dass sie mir in besonderer Erinnerung geblieben wäre. Ich hatte gar keine richtige Vorstellung von diesem „Tango“, wollte nur ein paar Kurse besuchen, um zu meinem damaligen bereits ein paar Jahre tangotanzenden Partner aufzuholen.
    Tja, um’s kurz zu machen: der damalige Partner ist zwar immer noch mein Partner, aber Tango tanzt er schon lange nicht mehr 🙂
    Ich bin ja ein Freund von immer neuen Anfängen, immer neuen „ersten Malen“, auch und besonders im Kleinen. Außerhalb und innerhalb des Tango-Lebens. Neulich hat zum ersten Mal ein Tanzpartner bei einem bestimmten Neostück die Musik, den Rhythmus genauso gefühlt wie ich (und dann auch getanzt!). Eine Offenbarung. So wird aus einem mittlerweile abgenudelten Stück, das man schon nicht mehr hören kann zum ersten Mal ein Erlebnis…
    Eine meine Lieblings-Tango-Erinnerungen ist die von vor ein paar Jahren, als ich als noch eher anfängerisch tanzend, zum ersten Mal von einem sehr versierten (und mir inzwischen gut bekannten Tänzer) aufgefordert und eine Tanda lang übers Parkett gezaubert wurde. Mit Schritten und Bewegungen, von denen ich damals noch gar nicht wusste, dass ich das überhaupt kann. Nach der Tanda – ich war noch keine anderthalb Stunden auf der Veranstaltung – bin ich sofort und ohne ein weiteres Wort an irgend jemanden 30cm freischwebend über dem Boden nach Hause…
    Und die schlechten Erinnerungen an „erste Male“ beim Tango hab ich glaub verdrängt… 😉

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