Tanz mit mir

Es gibt sie. Diese eine Person, mit der ich ganz besonders gerne mal einen Tango tanzen würde. Ich wäre so gespannt zu erleben, wie sie sich anfühlt, wie sie tanzt: Wie ist ihre Umarmung? Ihr Kontakt? Ihr Gang? Wie interpretiert sie die Musik? Welches Gefühl vermittelt sie mir als Tanzpartnerin? Welche Emotionen transportiert sie in ihrem Tanz? Was macht mir mit ihr besondere Freude? Was genieße ich besonders an ihrem Tanz? Und vielleicht auch: Was fühlt sich nicht so gut an, wie ich es mir in Gedanken ausmale? Welchen Tipp würde ich ihr geben? Was würde ich mir bzw. ihr für ihren Tanz wünschen?

Wahrscheinlich wäre ich ganz schön nervös, wenn ich sie das erste Mal auf der Tanzfläche umarmen würde. Mein Herz würde schlagen bis zum Hals und ich würde die ersten Schritte vor lauter Nervosität verstolpern. Bestimmt wäre mir das peinlich, so vor mir selbst. Trotzdem würde ich einiges dafür geben, diese eine Tanda – und vielleicht sogar mehrere – mit ihr zu erleben. Ich wünsche mir natürlich sehr, dass es schön wäre, mit ihr zu tanzen, und gleichzeitig habe ich Angst, dass es mir vielleicht gar nicht gefallen würde.

Doch die Wahrheit werde ich niemals erfahren, denn dieser Tanz wird in dieser Form ohnehin ein Traum bleiben. Da hilft auch Jammern und Klagen nicht, da ist einfach nichts zu machen. Ein unerfüllbarer Tangotraum, den vermutlich fast jede*r Tangotänzer*in schon einmal hatte.

Doch ein Trost bleibt: Sie ist trotzdem immer dabei, in jeder einzelnen Tanda, jedem Tango, den ich tanze, denn ohne sie geht es gar nicht.

3 Kommentare zu „Tanz mit mir

Gib deinen ab

  1. Tja, ein unter Tänzern verbreiteter Traum ist natürlich, mit einer (echten) Argentinierin zu tanzen.
    Insbesondere vor dem Hintergrund eines vordem hier erschienenen Interviews im Rahmen eines Blogposts, in dem erstaunlicherweise behauptet wurde, dass Argentinierinnen nicht mit Ausländern tanzen würden.
    Nun, dass Argentinierinnen nicht mit ausländischen Männern tanzen würden, muss leider in das Land der Fabel verwiesen werden.
    Denn der Charakter der tangotanzenden Porteña ist vollkommen anders:
    Als ich 2001 Argentinien besuchte, drängten sich mir auf den Milongas die Porteñas wahrlich zirzenhaft auf, und forderten nach Ende der Milonga, mich auf mein Hotelzimmer begleiten zu dürfen.
    Notfalls hatten sich die im Interview als ‚Löwinnen‘ bezeichneten Damen auch für mich als Bettvorleger angedient.
    Man könnte dies auf den damaligen Zusammenbruch der Zahlungssyteme unter Berücksichtigung von US-Dollar zahlenden Besuchern wie mich zurückführen,
    aber ich ziehe es vor, diese angenehmen Begebenheiten meinem virilen Charme und meinen überdurchschnittlichen Tangokünsten zuzuschreiben.
    Da sich im übrigen gegenwärtig eine vergleichbare ökonomische Situation anbahnt, möchte ich auch weniger attraktiven Tänzern gerade jetzt empfehlen nach Argentinien zu fahren, um dort viele junge, tanzfreudige, anschmiegsame Porteñas zu treffen, die
    dem europäischen Milonga-Besucher -ganz ohne Cabeceo- zuraunen: „¡Baila conmigo!“.
    Das bedeutet übrigens : „Tanz mit mir“ – wie der Titel diese Blogposts.
    Zufall ?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: