Qual der Wahl

Berlin ist ein Markt der Möglichkeiten. Heute im Warenangebot: Der Tango. Zu kaufen: Kleine Portiönchen namens Milongas. Es herrscht: Ein wahres Warenüberangebot.

Blicken wir mal in den Tangokalender für Berlin, Samstag 15. September 2018: Was steht zur Wahl?

Die Auswahl: Insgesamt zehn Milongas, davon eine nur für Frauen. Für Männer gibt es damit „nur“ noch neun mögliche Ziele. Das Angebot ist heute also riesig. Nicht schlecht. Das ist nicht jeden Samstag so.

Die Markthalle: Die meisten Milongas finden in geschlossenen Räumen statt, eine Open Air. Und das Mitte September! Wer also Frischluft mag, kommt auch noch auf seine Kosten.

Die Öffnungszeiten: Die erste Milonga beginnt um 16 Uhr, die letzte um 22 Uhr. Die früheste endet um 20 Uhr, die späteste um 4 Uhr. Die kürzeste dauert vier, die längste sieben Stunden. Also: Morgens noch die Wochenendpflicht (Einkaufen, Putzen, Ausschlafen), dann die Kür bis Ultimo. Du kannst wechseln, du kannst ewig bleiben, du bist frei!

Die Erreichbarkeit: Die Milongas verteilen sich auf sieben Bezirke. Kreuzberg, Schöneberg-Tempelhof und Mitte sind doppelt vertreten. Am meisten heraus sticht der Bezirk Treptow-Köpenick, in dem sonst eher selten Milongas stattfinden. Ob als Touristin oder als Berlinerin: An allen Ecken und Enden soll Tango drin stecken.

Die Marktschreier: So bunt wie wir selbst: Der eine schreit etwas lauter in die Social-Media-Welt, der andere hat es gar nicht nötig, die Stammgäste kommen auch so.

Das Preisniveau: Alle Milongas kosten zwischen fünf und zehn Euro. Die teuerste lockt mit Programm und Snacks. Insgesamt nur Schnäppchen, würde ich sagen. Tango schont das Portemonee, in Kino oder Club wäre ich mehr Kohle los.

Fazit: Zugreifen! Schön, die Wahl zu haben. Davon können die meisten Nichtberlinnerinnen nur ein Lied singen.

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