Telepathie

Manchmal funktioniert es mit der Gedankenübertragung besser als man glauben mag. Da denkt man als Führende*r nur über einen potenziellen Rückwärtsocho nach und schwupps schon führt der*die Folgende ihn aus. Da schwankt man als Folgende zwischen Kreuz und kein Kreuz und bekommt auf die eigene unausgesprochene Frage prompt die Antwort: „Sorry, ich war mir selbst nicht sicher.“ Noch verrückter wird’s, wenn die*der Folgende einen kompletten Gedankengang wiedergeben kann: „Erst fühlte es sich an wie ein Vorwärtsocho, dann hast du dir überlegt, dass eine Drehung jetzt viel cooler wäre. Doch da kam uns wohl jemand in die Quere und du hast mich schließlich einfach nur zurückgeholt.“ Da soll noch einer sagen, Gedankenlesen gäbe es nicht.

4 Kommentare zu „Telepathie

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  1. Ja, manchmal ist es Magic.
    Dein Beitrag inspiriert mich zu folgender Frage. Wenn der Führende einen Führungsimpuls gibt, spult nun die Folgende in ihrem Köpfchen in Sekundenschnelle ein Programm ab, was könnte der Führungsimpuls denn nun bedeuten und setzt, entsprechend der in ihrem Kopf gefundenen Antwort, dies um oder folgt sie dem, was da so kommt.
    Also, beispielsweise, wenn er dies macht, bedeutet dies, ich mache nun ein Rückwärtsocho.
    Oder wartet die Folgende, was der Führende will; beispielsweise könne die Einladung zu einem Rückwärtsocho ja auch der Beginn eines Giro (auch Molinete, Turn oder Windmill genannt) sein.

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    1. Ich würde sagen, je erfahrener desto weniger geht das über das bewusste Denken. In Figuren denken funktioniert beim Tango ja sowieso nicht, denn es kann ja auch was kommen, was noch nie da war.
      Am besten hält man*frau es beim Folgen also wohl mit Beppo Straßenkehrer aus Momo: „Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“

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  2. Nun, mit Belustigung durfte ich der Diskussion des Blogposts vom 26.09.2018 entnehmen, dass man in diesem Blog in besonderer Weise auf „Political Correctness“ hält.

    Und nun dieser Fauxpas- ausgerechnet in einem Text mit ausgesucht gender-gerechter Wortwahl und immer schön mit „Führende*r“ und „der*die“!

    Nach meiner Einschätzung dachte die Autorin aber stets -wie es sich für junge Damen geziemt- aus ihrer natürlichen Folgenden-Rolle heraus, um dies anschließend in diesem Text durch Genderismen zu verschleiern.

    Wie kommt man zu dieser Feststellung ? Ist das Telepathie ? Nein. Denn bei dem Satz „Da schwankt man als Folgende zwischen Kreuz…“ wurde offensichtlich das „Nachgendern“ vergessen. Tja, nach einem anderen bekannten Wiener nennt man dies eine typisch „Freud’sche Fehlleistung“….

    Es grüsst aus dem 1. Bezirk der Geburtsstadt der Psychoanalyse vollkommen politisch unkorrekt ein Euch gewogener

    Wiener Milonguero

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    1. Gut beobachtet und trotzdem ist die Schlussfolgerung nicht ganz richtig, denn dieser Artikel entsprang tatsächlich meinen Erfahrungen als Führende. Ich fand es anfangs wahnsinnig fazinierend, wie Impulse schon an die Folgenden übertragen wurden, ehe mir als Anfänger-Führende bewusst war, dass ich bereits ein physisches Führungssignal gesendet hatte. So stellte ich mir tatsächlich das ein oder andere Mal die Frage, ob meine Folgenden, besonders wenn sie erfahrenere Tänzer*innen waren, meine Gedanken lesen können.
      Aber – und insoweit liegst du dann doch richtig – die Kreuz- oder Kein-Kreuz-Frage kenne ich tatsächlich eher als Folgende, daher also das Freud’sche Nicht-Gendern.

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