Tango bei Kerzenschein

– Buenos Aires Vibes –

Tango bei Kerzenschein – wie romantisch. Gedämpftes Licht und leise Musik. Ein etwas heruntergekommener Raum – shabby chic würden wir in Berlin sagen. Fraglos ein besonderes Ambiente. Doch das hier ist keine Milonga, es ist eine richtig unromantische Technikstunde, harte Arbeit also – und das ganz ohne Strom, denn es ist Stromausfall. Daher Kerzen statt Neonröhren und dazu Musik vom Laptop – Improvisation ist alles. Hauptsache wir können üben.
Es ist schon Abend und es wird dunkel. Im Spiegel sehen wir uns schon lange nicht mehr und auch im Raum sind nur noch schemenhafte Umrisse erkennbar. Korrekturen der Lehrer – kaum möglich, zumindest nicht aufgrund von visueller Wahrnehmung. Es ist wie Tanzen mit geschlossenen Augen, doch ganz für mich allein, ohne Partner. Ochos üben, nicht für den äußeren Eindruck, sondern für das innere Gefühl, für die eigene Freude an der Bewegung. Ich spüre statt zu schauen. Das bringt Fokus und Konzentration auf die Bewegungsabläufe selbst. Keiner sieht, wenn ich wanke und schwanke, das macht mich mutiger, ich wage mehr und spüre doch jedes Mal sehr klar, wenn ich zu viel gewagt habe. Es wackelt, es stockt, die Dunkelheit mag das zwar vor den anderen verbergen, doch nicht vor mir selbst.

 

In der losen Reihe „Buenos Aires Vibes“ schreiben wir auf unserem Tangoblog über Beobachtungen und Erfahrungen, die wir im Zusammenhang mit dem Tango Argentino in Buenos Aires gemacht haben.

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