Auszüge aus dem Tagebuch einer zwangspausierenden Tangoholikerin – Dritter und letzter Teil

9. April
Habe einen neuen Physiotherapeuten. Kinder, was der mit dem Fuß macht! Ich schwebe!

13. April
Frage mich, ob ich irgendwann wieder in hohen Schuhen tanzen kann oder ob meine Zukunft „flach“ aussieht. Schauen Führende auf die Schuhe? Hängt deren Entscheidung zum Tanz aufzufordern ggf. mit der Absatzhöhe zusammen? Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen.

16. April
War wieder zu Physiotherapie…sagenhaft! Könnte meinem neuen Physiotherapeuten einen Deal vorschlagen: er kümmert sich dauerhaft um meinen Fuß, dafür stelle ich mich für den gemeinsamen Besuch von Tangokursen zur Verfügung.

22. April
Es geht bergauf…nur noch nicht auf die Tanzflächen.

7. Mai
Besuch bei meiner Ärztin. Sie ist zufrieden, ab nächster Woche darf ich laaaaangsam in flachen Schuhen erste Tanzversuche machen. Könnte heulen vor Glück und umarme meine Ärztin spontan. Jetzt ist sie mal von mir irritiert! Sitze abends zuhause und überlege, dass nächste Woche ein „kürzbarer“ Begriff ist –die nächste Woche fängt im Prinzip ja nicht am Montag, sondern am Sonntag an– zumindest auf Samoa.

12. Mai
Mist! Habe mich bei der Gartenarbeit so verausgabt, dass der Fuß arge Probleme macht. Also doch noch auf den ersten Tanz warten.

13. Mai
Komische Stimmung. Denke über die tanzfreie Zeit und mein Leben im Allgemeinen nach. Was würde ich machen, wenn ich nicht mehr Tanzen könnte? Was würde von der „Tangowelt“ bleiben? „Wer“ würde bleiben? Mit manchen Menschen verbindet mich ausschließlich der Tango. Die Tanzpause zeigt darüber hinaus aber auch deutlich, wer inzwischen zu einem guten Freund oder einer guten Freundin geworden ist. Das macht mich sehr dankbar. Ein „aus den Augen aus dem Sinn“ an anderer Stelle lässt sich dadurch gut verkraften.

15. Mai
Bin jetzt wieder regelmäßig in „meiner“ Tangoschule. Noch nicht auf der Tanzfläche aber hinterm Tresen. Endlich wieder Tangoluft!

22. Mai
Premiere: mein erster Tanzkurs nach der langen Pause. Starte in hohen Absätzen, ohne Achse und mit deutlichem Schmerz. Wechsle die Schuhe. Flach geht es besser, Pivots sind noch deutlich unangenehm – aber: ICH TANZE! Wie habe ich das vermisst!

4 Kommentare zu „Auszüge aus dem Tagebuch einer zwangspausierenden Tangoholikerin – Dritter und letzter Teil

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  1. Zur Frage, ob Männer hohe Absätze „fordern“: habe von Frauen gehört, manche tun es. Ich selbst nicht. Was das angeht, Ladies, es ist wirklich eure Wahl. Klar, Männer sitzen an einem etwas längeren Hebel, wegen des Männermangels. Nur: das kann sich schnell ändern. Allerliebste Chicas: Etwas dickere Eier an dieser Stelle und das Schnitzel ist paniert. Wenn die Wahl ist, keine Chica im Arm oder eine in flacheren Schuhen, was denkt ihr wofür sich die Chicos entscheiden?

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  2. Glückwunsch zu dieser schweren Neugeburt! Natürlich schauen Führende auf die Schuhe – schon wegen der Frage, ob die Dame vielleicht Gummistiefel trägt oder auch gerade barfuß ist.
    Die Absatzhöhe wird mann ggf. gegen die Rocksaumhöhe verrechnen. 😉

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  3. Hatte vor kurzem ein ähnliches Problem (nur nicht so langwierig – Du Arme! – habe mitgelitten). Ich durfte wenigstens in flachen Schuhen mit Orthese am Fuß tanzen. Notdürftig durch eine Zwangs-Hose verhüllt. Bin in Erwartung eines fußschonenden, dafür umso sozialeren Sitz-, Schau- und Lauschabends auf die Milonga und nach drei Stunden gefühlt tanzpausenfrei wieder nach Hause 🙂 Das Erstaunlichste aber war: die Hälfte der Männer hat überhaupt nicht gesehen, dass ich eine Schiene trage! Von den Schuhen ganz zu schweigen.
    Endlich mal der positive Aspekt des typischen Männer-Gens:
    Er: „Wo ist denn das Bier?“
    Sie: „Im Kühlschrank.“
    Er: „Wo im Kühlschrank?“
    Sie: „Na im Kühlschrank halt.“
    Er: (sucht…sucht….sucht) „Da ist kein Bier im Kühlschrank!“
    Sie: (SEUFZ….wieder nicht auf Augenhöhe gelegt….)

    😉

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  4. Habe ich die Wahl (zwei unbekannte Damen, eine mit High-Heels, eine mit flachen Schuhen – falls es mir überhaupt auffällt), so würde ich die mit den flachen Schuhe wählen. Meiner Erfahrung nach, führen diese Damen auch und sind meist selbstständiger und gestalten den Tanz mit eigenen Ideen mit.

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