Weiser Rat

„Milongas verlangen viel von uns“, sagt die Maestra. „Ihr müsst euch dort von eurer besten Seite präsentieren. Gepflegt aussehen und eine gewisse Faszination ausstrahlen. Ihr wollt schließlich, dass jemand, der euch vielleicht nicht kennt, gerne mit euch tanzt. Und ihr müsst hellwach sein für den Cabeceo und im Tanz sowieso, egal in welcher Rolle, das gilt für beide. Da könnt ihr nicht euren Gedanken nachhängen, mental euren nächsten Einkaufszettel schreiben oder schon halb eingeschlafen sein. Euer Tanzpartner oder eure Tanzpartnerin verdient 100% Aufmerksamkeit und Präsenz in jedem Moment. Ihr solltet bereit sein, auf der Milonga etwas zu geben, euch aktiv einzubringen und nicht erwarten, etwas zu bekommen.
Wenn ihr das an einem Tag nicht könnt, vielleicht weil es euch körperlich oder psychisch nicht so gut geht oder auch aus irgendeinem anderen Grund, dann geht nicht auf eine Milonga. Das ist überhaupt nicht schlimm, ihr müsst nicht jeden Tag auf eine Milonga gehen. Geht doch einfach mal wieder ins Kino.“

Unnötiger Leistungsdruck in der Freizeit oder ganz einfach die simple Wahrheit?

11 Kommentare zu „Weiser Rat

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  1. Es fehlte ja nur der Ratschlag, sich schicke Unterwäsche anzuziehen.

    Aber abgesehen davon, ich finde dieses Statement von dir unter Berücksichtigung früherer Äußerungen hier in deinem Blog widersprüchlich.

    An anderer Stelle schreibst du, dass das Auffordern weder direkt noch mittels Mirada und Cabeceo in Berlin eh nicht klappt, da die Szene in Berlin eine geschlossene Gesellschaft sei. Also ist gepflegtes Aussehen mit einer gewissen Faszination doch absolut unerheblich. Die Jogginghosenträger kennen sich doch untereinander und können wahrscheinlich auch zwischen Ausgehjogginghose, Feiertagsjogginghose und Montagsabendsjogginghose differenzieren.

    Ferner schreibst du an anderer Stelle, dass ein gelungener Tango von 3 Minuten so beeindruckend wertvoll und nährend sei, dass er alle Gedanken an Einkaufszettel und andere Themen vollständig verdränge. Insoweit ist es doch umgekehrt gerade vorteilhaft, wenn einen irgendwelche Gedanken kreisend belasten, eine Milonga aufzusuchen, um sie mit den von dir angesprochenen 3 Minuten Erlebnis eines gelungenen Tanzes zur Seite zu schieben.

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      1. Ach so, das sind Äußerungen von verschiedenen Maestras außerhalb Berlins und haben nichts mit dir/euch zu tun. Das war mir nicht klar. Entschuldige.
        Klar, in anderen Städten kann ein gepflegtes Aussehen und eine gewisse Faszinationausstrahlung ein Thema sein. Aber in Berlin? Nein. Eher schwer vorstellbar.

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    1. Der Gedankengang, dass in einer „geschlossenen Gesellschaft“ ein „gepflegtes Aussehen“ nun „absolut unerheblich“ sei, scheint mir ziemlich daneben. Irgendjemand will rein, irgendjemand fliegt raus, da ist Anpassungsbereitschaft „nach oben“ oft relevant. Ganz unabhängig davon, wie es um die (welche?) Tangoszene in Berlin bestellt ist.

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    2. Es macht doch keinen Sinn mit dem „an anderer Stelle“ usw., dh nach Konsistenzen zu suchen, wenn es drei Autorinnen des Blogs gibt, oder überseh ich da irgendwas?

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  2. Bin etwas verwirrt – ganz Berlinos Aires ein Dorf, das nur von Jogginghosen-Klüngel bewohnt wird? Ist dieses Bild so albern, daß Eingehen darauf müßig ist, oder ist da wirklich was dran?

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  3. Moin,
    ich finde die geschilderten Ansätze und Überlegungen der Maestra sehr hilfreich. Mein Gefühl ist: ist tanze sehr ungern mit Menschen, die mit ihren Gedanken ganz woanders sind.
    Schwierig wird es mE mit der Vorhersagbarkeit: kann angehen, dass einem erst bei der Milonga klar wird, dass man sich nicht so recht einlassen kann auf das Geschehen. Vielleicht entwickelt es sich auch im Verlauf des Abens in die eine oder andere Richtung.
    Ich würde es eher so sehen: statt „Wenn ihr das an einem Tag nicht könnt…“ eher: „Wenn ihr das an einem Tag nicht MAL VERSUCHEN könnt“.
    Off topic: scheint ja munter zuzugehen in der Berliner Tangoszene… Ich bin im Juli mal ne Woche in Berlin und werde mir das mal „live“ anschauen. 😉

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