Sind wir nicht alle ein bisschen Malena? Gedanken zu Homero Manzis Malena

Malena hat den Kummer des Bandoneons.

Malena singt den Tango wie keine andere, in jede Strophe legt sie ihr ganzes Herz.

Vielleicht war’s die Kindheit, wo ihre Lerchenstimme diesen dunklen Ton der Gassen annahm.

Malena singt den Tango mit gedämpfter Stimme.

Und während Manzi sich noch fragt, ob Malenas Stimme die Blüte eines Leides ist, bin ich mir ganz sicher, dass ihr dunkler Ton in der Stimme durch die Summe ihrer wahrscheinlich nicht allzu positiven Lebenserfahrungen kommt.

Wen wundert es, dass ihre Tangos Geschöpfe sind, die auf der Straße umherirren und denen die Türen fest verschlossen bleiben. Sie gleichen der Aussicht auf ein besseres Leben, das Malena wohl schon längst aufgegeben hat.

Auch ich kenne Frauen mit dieser einen Romanze, von der sie nur sprechen, wenn der Alkohol sie traurig macht.

Er sieht ihre Augen, so dunkel wie das Vergessen, bemerkt, dass ihre Hände zwei Tauben sind, die Kälte spüren. Er hört sie mit gedämpfter und gebrochener Stimme singen. Doch er beobachtet nur, fühlt nur, dass sie besser ist als er, viel besser.

„Verdammt!“ möchte ich schreien! „Du wirst auch nicht besser werden, wenn Du nur zuschaust!“ Dann wünsche ich mir, dass er hingeht, ihre Hände wärmt, ihre dunklen Augen zumindest ein bisschen zum Strahlen bringt, ihrer Stimme wieder Hoffnung verleiht und ihre gebrochene Seele heilt. Für Glück sollte es nie zu spät sein!

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