Argentinier in Buenos Aires gesucht

 – Buenos Aires Vibes –

Eine große Milonga in Buenos Aires. Das Programm ist gespickt mit Höhepunkten. Live-Musik, Auftritt, Modenschau. Es wird natürlich auch getanzt und es ist gerappelt voll.

Ich sitze an meinem reservierten Tisch und lasse den Blick schweifen. Ein älterer Herr fängt ihn auf, er ist gut gekleidet, sieht nett aus. Wir tanzen, es macht Spaß. Nach dem ersten Tango fragt er mich, wo ich herkomme. Ich antworte und stelle ihm die gleiche Frage. Er ist Grieche und zu Besuch. Egal, denke ich, schön tanzt er ja. Etwas später meine zweite Tanda des Abends. Ein junger Kerl, der südländisch aussieht. Italiener. Achso. Okay, aber dieser hier muss aus Argentinien sein, ich bin mir fast sicher. Nein, Venezuela. Es folgen ein Tscheche, ein Kanadier, zwei Türken und ein Deutscher (bei ihm wusste ich es vorher, das gebe ich zu). Sind hier überhaupt Argentinier, frage ich mich etwas ungläubig?

Als die Nacht schon fast um ist, stehe ich an der Bar, meinen Tisch habe ich inzwischen vor lauter Verzweiflung aufgegeben. Es kann doch nicht sein, dass es hier keine Argentinier gibt. Ich komme mit einem Herrn ins Gespräch, er sagt: „Du bist aber nicht aus Argentinien, oder?“ Nein, natürlich nicht. Aber er! Ich kann es kaum glauben. Nach der nächsten Cortina bittet er mich um einen Tanz. Ja klar doch, natürlich, sofort, liebend gern. Endlich!

Um ehrlich zu sein: Ich hatte heute schon schönere, für mich persönlich stimmigere Tänze, aber das ist egal. Ich tanze mit einem Argentinier in Buenos Aires Tango – das ist alles, was zählt und alleine deshalb fühlt es sich irgendwie besonders an.

 

In der losen Reihe „Buenos Aires Vibes“ schreiben wir auf unserem Tangoblog über Beobachtungen und Erfahrungen, die wir im Zusammenhang mit dem Tango Argentino in Buenos Aires gemacht haben.

3 Kommentare zu „Argentinier in Buenos Aires gesucht

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  1. Schon als Nicole Nau vor rund 30 Jahren nach Buenos Aires kam hat sie kaum einen argentinischen Tangotänzer vorgefunden. Allerdings gab es damals nicht mal nennenswerte Milongas. So gesehen solltest Du Dich frohgemut ins Getümmel stürzen.

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  2. Meine erste per Cabeceo aufgeforderte „Argentinierin“ in Buenos Aires war aus Hamburg. Ich habe später meine Strategie angepasst. Wenn man die Práctica vor der Milonga besucht, was ohnehin meistens sehr instruktiv ist, kennt man schon einige der potenziellen TanzpartnerInnen und ihre Heimatländer. Das hilft bei den ersten Tandas.

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