Shareholder Value oder die Seuche neoliberalen Denkens beim Tango

Was mir auch heute noch gut am Tango gefällt, ist, dass wir dort alle so reflektiert und sensibel sind.
Wir sorgen uns beispielsweise um das Einhalten der Ronda, als Übungsfeld der Achtsamkeit gegenüber anderen Paaren, was ich tatsächlich sehr wertvoll und wichtig finde, zum größtmöglichen Nutzen aller Paare in diesem sozialen Raum tänzerischer Improvisation. Zudem stellt sich ein gut funktionierender Tango-Salon, in modellhafter Weise, wie eine Gesellschafts-Utopie im Kleinen dar, als eine Art Gegenentwurf zur Ellenbogenwelt da draußen.
Doch wir kritisieren dabei oft gnadenlos solche, denen das noch nicht so gut zu gelingen scheint oder die wir einfach für zu dumpfbackig halten, um zu schnallen, welche Zumutung sie damit doch für alle anderen darstellen.
Damit gelingt es uns zumindest mühelos, ohne dass es uns auch nur das Geringste kostet, eine superiore Position einzunehmen. Vielleicht übersehen wir dabei nur manchmal eine Kleinigkeit, dass es tatsächlich immer wieder herausfordernd ist, diesem Ideal auch selbst zu entsprechen, sowie die kleinen Begebenheiten möglicherweise, wo uns das vielleicht auch nicht immer optimal gelungen ist, weil wir möglicherweise gerade zu sehr im Klinsch mit der Partnerin waren, zerstreut oder durch etwas anderes abgelenkt. Zum Beispiel: in der ganz körperlichen Bedeutung des Begriffs, durch ein Paar vor –, oder seitlich neben uns, das plötzlich aus seiner Bahn geschossen kam und dem wir gerade noch ausweichen konnten. Am besten ist ohnehin, dass eigentlich immer die Anderen schuld sind.
​Und weil wir alle so unglaublich klasse sind und fest davon überzeugt, einer Elite, als Tangotänzer ja der Hauptstadt-Elite anzugehören, pflegen wir in den sozialen Netzwerken ethisch-philosophische Diskurse über so bedeutende Dinge wie die Frage nach dem authentischen Tango, dem richtigen Tanzabstand oder der natürlich einzig richtigen Art, auf einer Milonga aufzufordern. Das Netz ist voll mit den Spuren religiöser Sittenwächter und päpstlich-inquisitorischer Bewahrer der reinen Tango-Lehre.

Als ich in den 1980er Jahren in Berlin begonnen hatte, Tango zu lernen, gab es noch keine sozialen Netzwerke. Man hatte Zeit, mit Freunden zu reden, weil es noch nicht so viele waren wie heute und man diesen auch nicht andauernd schreiben musste.
Und was die Tänzer der auch in Deutschland gastierenden Tango-Argentino-Show uns damals als Gastlehrer in deren Workshops beigebracht hatten, war für uns eben … der Tango.
​Erst einige Zeit später wurde uns klar, dass sie uns vor allem die Martial-Arts-Variante jenes Beziehungs-Tanzes, mit weit ausladenden und eigentlich nur für die Bühne geeigneten Bewegungen, vermittelt hatten, weil … warum wohl, weil sie wirklich dachten, genau das wollten die Europäer eben, so ist der Markt, so, die Nachfrage. Also … dann bekommen sie das auch. Außerdem haben die ja noch ausreichend Platz dafür auf ihren Tango-Pisten.
Daraufhin folgten weitere Shows wie zum Beispiel Tango Passion, mit viel, viel jüngeren Tänzern, die größtenteils aus dem Folklore- und Ballett-Bereich kamen, ebenfalls noch keine große Ahnung vom Tango hatten und sich die glamouröse Oberfläche dieses Tango for export jedoch schnell draufgeschafft hatten.
Natürlich entdeckten auch sie, allerdings zumeist erst, nachdem sie schon mit ihrer Show bekannt geworden waren, dass Tango eigentlich etwas ganz anderes ist als das, was sie da auf der Bühne zeigten: nämlich etwas, wobei es vor allem um die Art des Miteinander-Gehens sowie die Qualität der Verbindung, der nonverbalen improvisierten Kommunikation geht – also um Feinheiten, deren Zauber sich zwar auch auf die Zuschauer überträgt, der rein äußerlich, auf formaler Ebene, jedoch nicht so konkret beschrieben werden kann.
Als diese jungen Tänzer sich ihrer Defizite bewusst geworden waren, begannen die meisten unter ihnen, die traditionellen Milongas zu besuchen und den alten Milongueros viele Nächte lang zuzusehen, von ihrer Art, wirklich zu tanzen, und von der meist hohen Qualität deren musikalischen Interpretation, zu lernen.
Das kam so Anfang der 1990er Jahre auf den Weg, als es auch in Berlin langsam etwas voller auf den Tanzflächen wurde und uns dämmerte, dass diese Art Bühnentango, den wir lange Zeit auf der Piste praktiziert hatten, mit seinen ausladenden Drehungen und Sacadas, wilden Gancho- und Voleo-Kombinationen, etwas ganz und gar Anderes ist, als der eigentliche Tango de Salon oder Tango Milonguero, was beides im Kern dasselbe bezeichnet. Und wir begannen ebenfalls umzudenken und uns anders zu orientieren.
Unser soziales Netzwerk war zu dieser Zeit noch überschaubar, weil die eine Szene familiär war, sich im Estudio, auf Michas Festen, bei Annette im Tango Vivo, bei Gitti und Geli im TanzArt, im Roten Salon oder sonntags im El Parron in der Carmer Straße, nähe Savigny Platz, einem chilenischen Restaurant mit gigantisch guter Küche und den besten Steaks der Stadt, traf. Nach dem Essen wurde dann ein wenig Tische gerückt, und zwischen diesen getanzt. Tango war noch so gar nicht in der Breite der Gesellschaft angekommen, sondern eine kleine verschworene Subkultur. Und die Besonderheit an dem Ganzen, die uns tatsächlich Freiräume in vielerlei Hinsicht eröffnete: Berlin war als inselhaft ummauerte Enklave noch ein geschütztes Biotop für Künstler und Bohèmiens mit äußerst großem Wohnungs-Leerstand, niedrigen Mieten und sonstigen Lebens-Kosten, viel freier Zeit und grenzenlosen Chancen, sich auszuprobieren und zu verwirklichen. Rundherum nur Osten und die Schnittstellen dazwischen die Koordinaten des Brennpunktes im Kalten Krieg.
Als die Mauer fiel, zog ich bald darauf nach München, um dort meine eigene Tangoschule zu gründen, später für eine Weile nach Venedig, dann weiter nach Süd-Italien. Nein, keine Sorge, ich will hier nicht mein Leben erzählen. Doch diese geographische Linie zeichnet räumlich durchaus den roten Faden dieses Essays nach.
Was mir in Süd-Italien, genauer in der apulischen Hauptstadt Lecce, so gut gefiel, war die Steigerung dieser familiären Atmosphäre, die ich aus Berlin noch zu Beginn der 1990er Jahre kannte, welche sich auch in den Anfangsjahren der Münchner Tangoszene dort noch für eine Weile erhalten hatte. Doch im Süden schien das relativ unabhängig beispielsweise von der Größe einer Szene oder dem Grad ihrer Abspaltungen und Aufsplitterungserscheinungen zu sein.
Wenn Du von außerhalb kommst, wirst du einfach mit großer Selbstverständlichkeit integriert und fühlst dich gleich aufgenommen. Wer als Neuankömmling erst einmal alleine irgendwo sitzt, wird schnell eingeladen, an einem der Tische der Anderen Platz zu nehmen.
Diese Kultur besitzt eine große soziale Wärme, ist herzlich und bezogen, nicht nur so ein isoliertes Zweier-Ding auf der Tanzfläche. Sondern ein großer immerwährender sozialer Tanz im gesamten öffentlichen Raum. Man tanzt dort ganz selbstverständlich auch mit Neulingen und heißt sie damit im Kreis aller willkommen. Auch, wenn man sie (was ja erst einmal in der Natur der Sache liegt) zuvor noch nicht tanzen gesehen hatte. Kein Fremder bleibt außen vor!
Das alles bedeutet für mich so viel mehr an authentischer Tangokultur wie sämtliche dieser Diskurse über die richtige Art aufzufordern, den wahren Stil et cetera.

Nun könnte ich mir gut vorstellen, dass es manchen Berliner LeserInnen bereits etwas unbehaglich zumute wird, sie beginnen, Luft zu holen und mit Argumenten zu wappnen. Tut das, ich kenne Eure Argumente aus den sozialen Netzwerken ohnehin. Und ich finde es grundsätzlich gut, dass Ihr so viel über den Tango nachdenkt und Euch darüber austauscht. Das tu ich ja auch, leidenschaftlich sogar! Doch vielleicht wäre das Ganze mit ein wenig mehr an Humor und Gelassenheit, an Ironie und Augenzwinkern, gewinnbringender und überzeugender. Denn auch all diese menschlichen Faktoren, in denen ganz grundsätzliche soziale Kompetenzen zum Ausdruck gelangen, bilden für mich das Herz des Tango mit ab, gehören aus meiner Sicht zu dessen zentralem Themen-Kanon.

Warum ich mir gerade ein in Tangokreisen so unpopuläres Thema hier ausgesucht habe? Nun, ich halte mich sicher nicht für einen so herausragenden Tänzer, doch ich tanze Tango immerhin schon seit ziemlich genau dreißig, unterrichte ihn seit etwas mehr als fünfundzwanzig Jahren. Dennoch gelang es mir, als ich nach einigen Jahren wieder nach Berlin zurückgekehrt war, an meinem ersten Tango-Abend, nicht ein einziges Mal, zu tanzen. Obwohl ich mich immer wieder bemühte, mit Tangueras – comme il faut –Blickkontakt aufzunehmen und mich mit ihnen über den Cabeceo zum Tanz zu verabreden.
Dabei wäre ich gerne auch bereit gewesen, mit viel weniger versierten Tänzerinnen zu tanzen als ich es bin, einfach nur, weil ich Lust zu tanzen hatte. Doch auch solche erwiderten meinen Blick nicht und ließen mich ebenfalls abblitzen. Das empfand ich zwar als skurril, jedoch nicht als Problem, zumindest nicht für mich. Denn ich genoss den Abend im „Max & Moritz“ in der Oranienstraße 162 in Kreuzberg 36 ungeachtet dessen sehr. Es war für mich ein Hochgenuss und eine große Inspiration, vielen der Tanzpaare zuzusehen. Denn es gab tatsächlich ungewöhnliche herausragende Tänzer und Tanzpaare dort. Doch ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es hier vor allem um eine Art von Wettbewerb „Aller gegen alle“ ging. Als wäre der Abend für jedes Paar eine einzige Werbe-Veranstaltung. Ich nahm an, dass wohl sämtliche unter ihnen Lehrer sein mochten und sie nun, als hinge ihr Leben davon ab, um die Gunst weiterer Tänzer buhlten, die sie als Schüler gewinnen wollten – oder einfach nur, um aufzusteigen im Berliner Tango-Ranking.
Doch auch auf anderen Milongas zeigte sich, dass niemand riskieren wollte, mit einem Unbekannten, der unter dem eigenen tänzerischen Niveau liegen könnte, eine erste Tanda zu tanzen. So sehr sorgte man sich, auf der Tanzfläche vor aller Augen möglicherweise eine schlechte Performance abzuliefern (eines der neoliberalen Zauberworte unserer Zeit!). Man wollte erst zuschauen, wie einer tanzt, bevor man ihn aufzufordern oder sich von ihm auffordern zu lassen, bereit war.
Zu groß war offenbar aller Angst, dass ihr Kurswert in der Szene absacken könnte, wenn man das Risiko einging, auf den falschen Tänzer zu setzen. Womöglich ist er auch noch Anfänger!? Was dann der absolute Supergau wäre. Etwas Vergleichbares habe ich bisher – in diesem Ausmaß – noch in keiner sonstigen Tangoszene, in keiner anderen Stadt so erlebt. Und genau in diesem Kalkül drückt sich Kapitalismus in Reinstform aus: indem man sich selbst und den anderen auf den Stellenwert einer Ware reduziert, die man vorrangig unter Gebrauchs-Aspekten und opportunistischen Abwägungen, im kalten Spiel des reinen Selbst-Marketings einsetzt.
Dazu muss ich sagen, dass ich durchaus gelegentlich gerne mal mit einer Anfängerin ein Set tanze. Warum auch nicht. In meinem Unterricht bin ich schließlich auch des Öfteren in dieser Situation. Und als ich angefangen habe, Tango zu lernen, war ich immer froh über die Erfahrung, wenn ich mal ein paar Runden mit einer fortgeschritteneren Tänzerin drehen durfte. Das habe ich nicht vergessen! Und wir alle sollten das nicht vergessen, sondern dieses Geschenk weitertragen, an die nächsten Tango-Generationen. Denn auch Herzlichkeit, Mut, soziale Wärme und Generosität gehören für mich zu den zentralen Wesensmerkmalen dieser Tanzkultur.
Damit meine ich selbstverständlich nicht, dass man mit jeder Person tanzen sollte, die einen auffordert, sei es über den Blick oder verbal. Natürlich lehne auch ich dankend ab, falls mir zum Beispiel jemand unsympathisch ist, schlecht riecht – oder beides, oder ich mich noch an ein vorangegangenes Mal mit dieser Person erinnere, bei der ich nach einer Tanda schon das Gefühl hatte, völlig verbogen und verspannt zu sein und erstmal einen Masseur zu brauchen, um in die vorherige Form zurückzufinden. Oder wenn ich einfach einmal nur müde bin, auf der Milonga gerade keine Lust mehr habe zu tanzen, zu viel Wein oder sonst was getrunken habe oder mich vielleicht lieber weiter unterhalte.
Eine solch innige Verbindung einzugehen wie beim Tango üblich, sollte und darf natürlich ohnehin nie mit einem Imperativ belegt sein. Sollte und darf, finde ich, aber auch keinen neoliberal geprägten Abwägungen nach Hausse oder Baisse unterliegen.
Was ich sehr liebe, ist, zwischendurch ebenso mal mit führenden Frauen in der Rolle des Folgenden zu tanzen und die Rollen ab und an dabei spielerisch zu tauschen – dasselbe zuweilen mit Männern, die hierzu flexibel und entspannt genug unterwegs sind. Den Tango – auch auf der Milonga – in beiden Rollen zu genießen, finde ich wundervoll! Das eröffnet noch einmal eine ganz andere Bandbreite von Erlebnis- und Empfindungs-Dimensionen, an körperdialogischer Vielfalt. Und jede Menge Spaß und Lachen. Aber letzteres sollte man ja auch nicht unbedingt, in einem authentischen Tango-Salon …?
​Doch ich frage mich schon immer wieder, woher diese unfassbare Arroganz gegenüber Anfänger-TänzerInnen kommt? Und speziell, wie es scheint, in Berlin. Man hält sich sein politisches Bewusstsein ausgesprochen zugute, schreibt es sich auf jede Fahne, die einem auch nur hingehalten wird, übt sich Tag und Nacht in äußerster political correctness, bis hin zur Absurdität, engagiert sich ehrenamtlich für Flüchtlinge et cetera (was ich wunderbar finde!), doch fremde Tangueros werden knallhart ausgegrenzt und das soziale Klima, dessen Temperatur, konstant knapp über dem absoluten Gefrierpunkt gehalten.
​Apropos political correctness: Ich habe mich hier meistens nicht besonders gender-korrekt ausgedrückt, hinsichtlich der Wort-Endungen, doch für mich ist eben ein guter Tanzfluss, auch sprachlich, beim Schreiben, nicht wirklich vernachlässigbar. Sorry, da bin ich Purist.

© Ralf Sartori
Der Text ist in längerer Fassung auch in Band 6 der Buchreihe TANGO GLOBAL enthalten, mit dem Titel: „Die Essays – Teil 2“, der im Juni 2018 im Münchner Allitera Verlag erscheint. Der erste Teil ist unter dem Titel „Die Essays / Über den Tango, das Leben und den ganzen Rest” als Band 5 derselben Reihe erschienen.

 

8 Kommentare zu „Shareholder Value oder die Seuche neoliberalen Denkens beim Tango

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  1. Oliver Kent, Enjoy Getting the Dances You Want. Ist mir etwas peinlich vergessen zu haben, durch wen ich auf dieses Buch gekommen bin, scusi. Kostet jedenfalls als ebook kaum mehr als ein Espresso in Bärlin. Der Autor teilt die Tangolandbewohner jedenfalls in 4 Kategorien ein. Berlinos Aires wäre somit flächendeckend von „Competetives“ bevölkert. Sach ich nur, damit der arme Universal-Kampfbegriff „neoliberal“ etwas entlastet wird. Sonst kann man ihn ja bald kaum noch schwingen, weil zu vollgepackt und zu beliebig. Abgesehen davon – es gab mal eine Zeit, in der „liberal“ was Positives war. Aber wie sagt Laurie Anderson so schön: „Freedom is a scary thing. Not many people like it“.

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  2. René Baltus in Facebook: Stimmt -bald alles. Aber ich frage mich, wie lange der Autor der Kunst der Martial Arts gefolgt ist? Zitat: „… dass sie uns vor allem die Martial-Arts-Variante jenes Beziehungs-Tanzes, ) Wenn er sich vertieft mit den Martial Arts bescghäftigt hat, kennt er die Zehn Gebote des Begründer des modernen Karate, Funakoshi. Ich hatte die Gelegenheit diese 10 Gebote ins „Tanguische“ zu übersetzen -die passen absolut erstklassig! Siehe: „Tango Argentino, Leidenschaftlicher Kampf und vollendete Kommunikation.“ Infos auf http://www.tangueria.de
    Dass viele gute (oder „Gute“) Tänzer nicht mit Neulingen oder Anfängerinnen tanzen möchten ist in der Tat sehr traurig! Meine Wenigkeit ist derselben Ansicht wie der Autor und kann behaupten, dass er oft unbekannte Damen aufgefordert und dabei erstklassige Tänzerinnen kennengelernt hat aber auch viele Anfängerinnen, die zu besten Tänzerinnen wurden!
    Ein Auszug aus dem Vorwort: „Da einige der Vorleser der Meinung sind, das Buch pflege streckenweise einen glosseähnlichen Spott, sei hier wieder Hans Conrad Zander zitiert (Zander 1993:84):
    „Nun ist Spott eine ganz spezielle Form der Aggression: Spott wird magnetisch angezogen durch
    alles, was den lebendigen Fluss des Lebens [oder des Tango] hemmt, was das Leben [oder den Tango]
    verzwängt oder verklemmt: Geiz zum Beispiel oder gebildete Allüren, erstarrte Denkarten und erstarrte
    Umgangsformen.“
    Ein Schelm, wer hier – oder im Zusammenhang mit dem Tango – Böses denkt.“

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    1. Sumimasen, Baltus-san…Google sagt, es sind 20 Regeln. Und nochmal Sumimasen, ich habe gerade den Action Point “ mal sehen, ob sich daraus ein Blogpost machen läßt“ in meine ToDo-Liste aufgenommen. Ich bin zwar kein echter Japaner, habe aber ein paar Jahre Shotokan und ein knappes Jahr Shito Ryu auf dem Zähler. Für Tango war ein wenig „Entlernen“ notwendig. Bis auf das Führen von Boleos. Da hat die feste Verbindung über Hara gut gepaßt.

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      1. Hallo Yokoito, na klar, Du hast vollkommen Recht, es sind in der Tat 20 Regeln und die habe ich auch (bald alle) übersetzt. 😉 Im Buch Seite 53 die Originale und Seite 54 die Tanguische Variante. Nicht übersetzt habe ich die Regel Nr. 3 „Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit“; (währe nach Ralfs Aussagen eher kontraproduktiv); Nr. 10 „Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate“ (das ist für viele Tanguras und Tangueros selbstverständlich ;-); und Nr. 15 „Stell dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor“. Obwohl letzteres wohl irjendswie heimlich nach Berlin gekommen zu sein scheint? Ich nix schuld, ich hab´s nicht übersetzt! 😉 Obwohl ich das gerne mal nach ernsthaften Verletzungen meiner Tanzpartnerin ausprobiert hätte. In den Fällen wäre Notwehr erlaubt gewesen: Wikipedia „Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder jemand anderem abzuwenden, ohne dafür Bestrafung fürchten zu müssen.“ Als Karateka bist du aber verpflichtet die Rücksicht zu nehmen, die andere straffrei vermissen lassen; Ob die Bild-Schlagzeile „Karatewüstling verteidigt beim Tango sein Partnerin -Gegner mit 3 Rippenbrüchen im Krankenhaus“ in der Szene einen heilsamen Schok ausgelöst hätte? Da in einer permissiven Gesellschaft kein rücksichtslos trampelnder Tanguero mit mehr oder weniger schmerzhaften Sanktionen zu rechnen hat, wird das wohl immer schlimmer werden.

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  3. Hmm, wieder einer, der genau weiß, wie Tango richtig geht und das jetzt der Welt mitteilen muss. Wodurch unterscheidest Du Dich mit Deiner Rechthaberei von den anderen Rechthabern und Regel-Vorgebern? Eben, durch nichts.
    Ok, die Spielregeln Community in Berlin entsprechen nicht Deinem Gusto. Also, geh woanders hin. Punkt. Wenn die Leute zeigen wollen, was sie können, lass sie doch. Wenn keiner auf Augenkontakt reagiert, dann beweg deinen Hintern, geh hin und frage direkt. Warum soll die Welt sich so benehmen, wie Du es gerne hättest? Was soll das Rumgeheule? Ach so, ja – „richtiges“ Auffordern geht ja ausschließlich mit Cabeceo, wie konnte ich das nur vergessen…
    Und noch was zum Thema „richtiger Tango“: Ich für meinen Teil will kein kuscheliges im Kreis herumschlurfen, sondern liebe das kreative Spiel mit der Partnerin, auch in ausladenderen Bewegungen – deswegen gehe ich zu keiner traditionellen Milonga. Tanze ich dann überhaupt noch „richtigen“ Tango? Das ist mir doch scheißegal. Es macht mir Spaß und meinen Mittänzern auch. Wer dazwischen herumschlurfen will, kann das auch tun, solange er nicht im Weg steht – das ist Toleranz.
    Abgesehen davon: Selbst zu martial arts und neoliberal hast Du anscheinend ein paar Vorstellungen in Deinem Kopf, die nicht real sind – was den gesamten Artikel noch unnützer macht.
    Meine Erfahrungen in Italien sind übrigens deutlich gemischter: Ja, es ist familiärer, aber bei manchen Veranstaltungen wird man sofort aufgenommen – aber bei anderen kann man nur zugucken, wie die Familie tanzt. Das unterscheidet sich in nichts von der Berliner Szene.

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    1. Ich pflichte bei. Warum muß sich eine Ronda immer vom langsamsten Paar ausbremsen lassen? Dann wird halt überholt und das funktioniert in Stätten wie dem Tangoloft wunderbar ohne Kollisionen.
      In Rom hab ich übrigens beim Neotangofestival 4 Tage rumgestanden, weil dort 99% kleine Italiener als Gäste waren und ich bin 1,82m.
      Wenn Herr Schnitzler noch eine große experimentierfreudige Tanzdame sucht, würd ich mich übrigens selbstlos zur Verfügung stellen. =]

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  4. Hallo!
    Möchte anmerken, daß Anfängerinnen immer weggehen wie warme Semmeln, wenn Sie max. 22 alt sind und einen Bombenfigur haben, egal wie wenig sie können, läßt sich täglich beobachten. Eine 40-jährige Anfängerin bleibt hingegen sitzen. Ebenso Anfängermänner, die noch nicht viel können. Zitat seiner Frau von Samstag: „Die Anfänger sollen halt mit den andern Anfängern tanzen, dafür sind die ja da.“ Dies mag auch ein Grund für den Damenüberschuß sein, viele Herrren schmeißen frustriert das Handtuch.
    Gruß, Frauke

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  5. Möchte mich nach Ablauf der Männerwoche ganz herzlich bei den Bloggerinnen für die Einladung bedanken, in diesem Rahmen zwei meiner Texte einbringen und zur Diskussion stellen zu dürfen.
    Und ich freu mich über die Resonanz, die hier, wie auch über fb, kam und noch weiter kommt.
    Wenngleich einzelne Kommentare eher vermuten lassen, dass vielleicht nicht immer ganz verstanden wurde, worin es mir in diesem Artikel eigentlich geht, bzw. was da konkret geschrieben steht.
    Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass manche Gedanken darin einfach noch ganz andere Themen mit antriggern, um die es in meinem Text überhaupt nicht geht. Zumindest lässt die Heftigkeit sowie die nicht immer nachvollziehbaren Bezugnahmen vereinzelter Reaktionen, nicht nur hier, sondern ebenso auf fb, das vermuten.
    Und er scheint, wie zu erwarten war, eher zu polarisieren.
    Denn offenbar hat er einen Nerv oder gar ein ganzes Nervenbuendel getroffen! Und ich freue mich, damit eine Diskussion angestoßen zu haben.
    Herzliche Gruesse aus Muenchen, Ralf

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