Meine „Er tanzt nicht mit mir“-Mindmap

Er_tanzt_nicht_mit_mir

Was denkst Du so, wenn jemand einfach nicht mit Dir tanzt, obwohl Du das doch so gerne hättest?

Ich habe einige meiner Gedanken in solchen Situationen in einer Mindmap zusammenfasst.

Du kannst nicht alles entziffern? Macht nichts, mach‘ Dir doch einfach Deine eigenen Gedanken.

25 Kommentare zu „Meine „Er tanzt nicht mit mir“-Mindmap

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  1. skribbelst du das live in der milonga?. wenn genug werke da sind, möchte ich ne einladung zur vernissage. allerdings bin ich unsicher, ob es nicht reine blogerfiction ist, was du da schreibst. bei mit ist das entsprechende symbol übrigens 1 schlichter haken. den mach ich – inzwischen (fast) grübelfrei – innerlich an den verweigerten gegenblick & versuche die nächste äugelei.

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    1. Wenn ich eine Ausstellung zusammen habe, lade ich Dich gern zur Vernissage ein. 🙂
      Fiktion ist die Mindmap übrigens nicht, sondern ein echtes Gedankenprotokoll – allerdings nicht nur von einem Abend. Wie leicht die einzelnen Gedankenwege aktiv werden, ist dabei abhängig von Stimmung, Gegenüber und generellem Verlauf des Abends.
      Das von Dir beschriebene „Haken dran und weiter geht’s“ ist sicherlich das Gesündeste, aber entspricht leider nicht immer Realität- zumindest nicht bei mir. 😉

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      1. hab auch ne weile bis zu dieser wurstigkeit gebraucht. die frage: sieht sie mich nich oder will sie mich nich sehn, kann erheblich an 1 seniblen maennerseele nagen.

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  2. Wie immer ein Volltreffer. Ich ertappt mich oft beim Malen einer Mindmap zum Thema: „warum tanzt er/sie plötzlich nicht MEHR mit mir?“ Nach so vielen schönen gemeinsamen Tandas? Vielleicht weil ich die Einladung zum Frühstück nach der Milonga nicht angenommen habe? Oder ist die neue Freundin eifersüchtig? Oder hat er/sie die böse Wahrheit über mich durch eine besorge bekannte erfahren? Werde ich schlechter statt besser? Gut. Gemalt sieht es schöner aus!

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  3. Das ist ein sehr schweres Thema, ein richtig schweres Thema. Da ist halt die Angst der Männer vor Abweisung und Zurückweisung, es gibt halt zu viele Frauen, die können diesen verachtungsvollen Blick sehr gut, den haben die perfektioniert. Da habe ich nur noch Angst. Aber manchmal liegt es wahrscheinlich am Wetter und
    Kürzlich hatte ich wieder so ein Erlebnis. Sie schaut mich an und ich dachte sie meint sicherlich irgendjemand hinter mir. Ich traute mich nicht. Sie war mir irgendwie zu dominant in der Ausstrahlung. Beim Verlassen der Milonga sprach sie mich an. Sie hatte mich gemeint.
    Ich weiß, als man muss man Zurückweisung und Ablehnung aushalten können. Das macht männliche Stärke aus. Aber es ist halt schwierig.

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      1. Gestatte mir aus gegebenen Anlass noch zwei nachfolgende Anmerkungen:

        1.: In einem Gespräch mit einem Argentinier aus Buenos Aires bekam ich mit, dass nach seiner Ansicht in Berlin keine Aufforderungskultur vorherrsche oder gegeben sei; nicht einmal das direkte Auffordern funktioniere, die Leute gehen alle Pärchenweise fort und bleiben in ihren Pärchenstrukturen verharrt.

        2.: Das Thema, „nicht-aufgefordert-zu-werden“, ist dessen ungeachtet ein allgegenwärtiges Thema für Frauen. Kürzlich bekam ich ein Gespräch mehrerer Frauen mit, die sich darüber echauffierten, sich auf Tangoveranstaltungen als eine buckelige, hässliche, warzentragende Hexe zu fühlen. Sie würden daher grundsätzlich nur mit einer festen Begleitung auf Tanz-Veranstaltungen gehen. Frau kenne ja inzwischen genügend Männer. Man müsse nur vorher klarmachen, dass es keinen Sex gibt und dass er sie nicht länger wie eine halbe Stunde alleine lassen darf. Dann würde es ein schöner Abend

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      2. Zu 1. Also das mit den Pärchenstrukturen kann ich nicht bestätigen. Wenn, dann sind es aus meiner Sicht eher Grüppchenstrukturen. Dass Berlin für Gäste kein leichtes Pflaster ist, ist gemeinhin bekannt, auch dass der Cabeceo nicht überall Anwendung findet, ist wahr. Interessant finde ich, dass Du schreibst „nicht einmal das direktes Auffordern funktioniert“. Bei mir ist es umgekehrt, direkt lasse ich mich nur sehr, sehr selten auffordern. Per Cabeceo haben auch Fremde deutlich bessere Chancen.

        Zu 2. Klar kann Frau vorsorgen, um nicht unbetanzt zu bleiben – dafür gibts ja auch sogenannte „Taxitänzer“. Und ich finde es legitim, wenn frau das tut. Für mich ist Tango aber auch das Wechseln der Partner, das Spiel um das Auffordern oder eben nicht aufgefordert werden. Wer auf Nr. Sicher geht, entzieht sich diesem Reiz mit allen Hochs und Tiefs, die er mit sich bringt, was ich eigentlich schade finde. Aber es gibt halt solche und solche Tage/Zeiten…. Wenn ich auf Nummer sicher gehen möchte, gehe ich mit einer Gruppe aus und halte mich an diesem Abend in erster Linie an die Führenden dieser Gruppe (womit wieder der Bezug zu Punkt 1 hergestellt wäre).

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  4. Ich spreche hier von Männern und Frauen, weil ich glaube gleichgeschlechtliche Paare sind erheblich unkomplizierter . Aber da kann ich mich natürlich genau so irren wie bei den nun folgenden Betrachtungen : letztlich ist immer die Frau die auffordert – der Mann hat schon, wenn er nur sensibel genug ist, bewusst oder unbewusst, das Signal des Wunsches der Frau zu tanzen erhalten, bevor er überhaupt an Auffordern (wie auch immer) bewusst denkt. Es liegt also nie an Dir wenn er nicht mit Dir tanzt sondern an den Signalen einer anderen Frau die ihm früher erreichten – manchmal auch an zu vielen Signalen auf einmal, so das er wegen Überreizung die Tanda ganz auslässt. Manche Männer sind aber auch nur einfach gestrickt und tanzen nur mit Frauen die sie schon kennen.

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    1. Ich glaube tatsächlich, dass auch der letzte Punkt nicht zu vernachlässigen ist. Viele Männer (und vermutlich auch viele Frauen) gehen lieber auf Nummer sicher und tanzen mit Partner/innen, bei denen sie wissen, was sie kriegen. Da ist das Auffordern einfacher und ein gewisses Tanzgefühl fast sicher. Experimente beschränken sich dann pro Abend auf vielleicht 1 oder 2. Wann Mann oder Frau dabei sein will, muss er/sie also tatsächlich schnell, auffällig, geschickt und cabeceo-trickreich sein.

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  5. ich weiß, lieber Wolfgang Geißler, du meinst es gut. & in bei abgelehnten bewerbungen im richtigen leben heißt es ja auch: wir haben uns nicht gegen sie entschieden, sondern… aber x ehrlich: ist das 1 trost, wenn der/die andere besser, schneller oder sonst wie, auf jeden fall erfolgreicher war?

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  6. Die beiden Videos von Waldstern haben mir sehr gut gefallen (danke) denn sie bringen es doch auf den Punkt:
    Letztlich ist es m.E. für Männer wie Frauen (Führende, Folgende, gleich- oder gemischgeschlechtlich) nie schön, eine Zurückweisung zu erfahren, wenn der/die Wunschpartner*in nicht tanzen mag bzw. sich abwendet.
    Ich kann insoweit natürlich nur für mich selbst sprechen: natürlich gehe ich auf eine Milonga zuvörderst um zu tanzen. Aber ich brauch z.B. manchmal schlicht eine Pause für meine Füße, habe Durst, möchte eine Runde zusehen bzw. ich mag die Musik wirklich so gar nicht. Es gibt für mich viele Gründe, eine Tanda auszusetzen und die wenigsten bedeuten eine generelle Ablehnung des Tanzpartners (Ausnahme eigentlich nur bei olfaktorischer Problematik, die es leider manchmal immer noch gibt oder bei mir bekannter Grobheit). Insbesondere ist das Tanzniveau des betreffenden für mich auch kein Grund, in den Boden zu starren oder auf die Toilette zu flüchten angesichts vieler – tänzerisch „interessanter“ aber daher auch für mich herausfordernder, sehr bereichernder und letztlich schöner Tandas mit absoluten Anfängern.
    Da ich also mir selbst herausnehme, einfach einmal pausieren zu wollen (was ich tue) dann muss ich anderen wohl dasselbe zugestehen. Und auch, dass jemand vielleicht einfach nicht mit MIR tanzen will. Ich arbeite daran, mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen 🙂

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    1. Ich glaube, da triffst Du einen sehr wahren Kern. Meist sind wir, die wir uns vielleicht als gekränkte und verschmähte Tangoseele fühlen, dem anderen gar nicht so präsent, wie wir denken/hoffen. Er hat sich in den meisten Fällen nicht bewusst und kategorisch gegen uns entschieden, sondern hat einfach gerade einen anderen Fokus (Trinken, Pause, Gespräch, Toilette oder eben eine andere Dame). In unserer subjekten Wahrnehmung der Welt, in der wir nun aber dieser Person als potenziellem Tanzpartner eine besondere Bedeutung beimessen, wird alles, was er tut eine direkte Antwort auf unsere implizit gestellte Frage: „Willst Du mit mir tanzen?“ Eine Frage, die den anderen vielleicht niemals in dieser Dringlichkeit erreicht hat, sodass sein Verhalten auch nicht als direkte Antwort gedeutet werden darf.

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  7. Noch ein „Paar-Aspekt“: Wenn ich erlebe und merke, dass die Partner meiner Tanz-Partnerinnen meine Frau dauerhaft ignorieren und wiederholt (obwohl unser Beziehungstatus bekannt ist), führt das durchaus auch zumindest zu einer Reduzierung der Aktivitäten mit dieser Tanzpartnerin. Wobei ich wechsele wirklich auch…
    Wenn ich allerdings mit meiner Gattin ausgehe, achte ich darauf, dass sie nicht lange sitzen muss. Aber auch wenn ich alleine ausgehe, tanze ich bis auf ganz wenige Ausnahmen nur eine Tanda am Abend mit der selben Partnerin und versuche oft auch mit mindestens einer Unbekannten zu tanzen. Auf die Jahre kommt da natürlich einiges zusammen, so dass trotzdem oft gar nicht die Möglichkeit besteht, alle Tanz-Wünsche zu erfüllen…

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    1. Kürzlich erlebt: Die Gattin eines auf einer Milonga anwesenden Paares tanzt eine Tanda mit dem Partner einer Freundin von mir. Der Gatte kommt zu meiner Freundin und entschuldigt sich bei ihr, dass er sie jetzt quasi im Gegenzug nicht auch auffordere, er sei aber gerade erkältet und würde daher nur mit seiner Gattin tanzen.

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  8. Im Tango ist die interessanteste Frage tabu: Warum tanzt sie nicht mit mir ?
    Wenn ich sie stellen würde, könnte ich keine zutreffende Antwort erwarten:
    Erstens weil die gefragte darüber nicht nachgedacht haben muss.
    Zweitens weil sie, um sie richtig beantworten zu können, rücksichtslos (gegen mich und sich) denken können
    müsste (, und nicht alle den Mut dazu haben).
    Drittens: Erhielte ich eine bestimmte zutreffende Antwort, bräuchte sie Mut oder Kälte genug, mich zu kränken, und
    ich bräuchte Mut oder Kälte genug, sie anzunehmen, ohne sie abzubiegen, abzuschwächen, zu verleugnen, zu
    verzerren, zu verbiegen oder wozu sonst mein Ego mich verführt.
    Viertens: Erhielte ich eine andere zutreffende Antwort, bräuchte sie Mut genug, sie zu äußert, und ich, um sie
    auszuhalten, ohne sie abzuwerten, ohne sie zu relativieren, ohne mein Licht unter den Scheffel zu stellen, und
    wozu meine Einschärfungen und die inneren Zügel sonst noch zwingen, um mein Ego im Zaum zu halten.
    Und – fünftens – wären wir sicher in beiden Fällen verlegen, und wünschten uns woanders hin.
    Deshalb ist die interessanteste Frage im Tango eine, die wir nur uns selbst stellen, im Stillen, und die wir vor der Neugierde anderer schützen. Und zu deren Antwort wir manchmal Trost brauchen, aber selten bekommen.
    Ich flüchte davor, indem ich alle Tangos als Geschenk betrachte. Wenn ich sie einfordere, sind sie keine Geschenke mehr. Dann sind sie auch keine Tangos, sondern Sport oder Höflichkeit oder Berechnung oder Mitleid.
    Geschenke kann man nicht berechnen. Das hilft mir, manchmal / oft / selten ohne Geschenk nach hause zu gehen.

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  9. Hmm… es gibt Tanzszenen, bei den geht man einfach zu demjenigen/derjenigen hin und fragt, wenn man tanzen möchte. Möglicherweise gibt es in solchen – weniger auf künstlichen Regeln aufgebauten Szenen – auch weniger künstlich geschaffene Psychosen… Think about it, before you die!

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      1. Zunächst einmal würde ich grob schätzen, dass es viel weniger offene verbale Ablehnungen gibt, denn die kosten mehr Energie, weiß tatsächlich jedoch nicht, wie das in Berlin so ist 😉

        Grundsätzlich, wenn mir persönlich das Ergebnis einer Kommunikation wichtig ist, ziehe ich gerne den Weg vor, der mit den wenigsten Missverständnissen verbunden ist und das ist nun mal die direkte Ansprache.

        Wie viele offene verbale Ablehnungen bekommst du denn so im Schnitt? Wenn es viele sind, von verschiedensten Personen, dann würde ich mal an grundlegenden Eigenschaften der eigenen sozialen Persönlichkeit ein Bisserl arbeiten, das hat dann mit Tanzen nichts zu tun.

        Ansonsten würde ich mir bei einem aufmerksamen Zugang meinerseits bei einer offenen verbalen Ablehnung eher Gedanken machen über den Zustand der ablehnenden Person, statt über meinen. Arrogantes Volk gibt’s überall und tiefgründige Kompetenz geht damit nicht unbedingt einher, all zu viel Lebenszeit würde ich darauf daher nicht verschwenden.

        Wenn man sich auf künstliche Regeln einlässt darüber, wie die Kommunikation laufen soll, dann weiß man auch, dass das ganze ein Spiel ist und nicht mehr. Und Spiele sind für Spieler(Innen), nichts für schwache Gemüter 😉

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  10. Viele spannende Kommentare! Ich bin auch der Meinung: Cabeceo ist ein Spiel! Ein schönes Spiel das ich gerne mit den Führenden spiele. Der Beginn einer schönen Tanda. Das gehört einfach dazu. Ich nehme die Grübelei dafür gerne in Kauf! Man kann ja so schöne Gedankendchleifen drehen. Und zum Schluss eine kleine Provokation: seitdem ich nur mit Cabeceo mich auffordern lasse erlebe ich keine unangenehme Tanda mehr.

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