Die besseren Nachtschwärmer?

Morgens um vier vereinen sich die Welten wieder. Da treffen in der Bahn diejenigen, die die Nacht, gekleidet in glitzernde Fantasieoutfits, bei stampfenden Beats und nervös wechselndem Licht in verrauchten Clubs verbracht haben, auf diejenigen, die in Jeans und Shirt in einer Kneipe ein paar Bier oder in Minirock und Paillettenbluse in einer Bar ein paar Cocktails geleert haben. Mitten unter ihnen sitzen oder stehen auch die Tangotänzer*innen in ihren eleganten Anzügen oder Kleidern mit dem Schuhtäschchen in der Hand auf dem Heimweg von der Milonga. Sie fallen durchaus etwas heraus, besonders in der U8 oder der M10.
Manchmal denke ich dann an die Zeit, als ich auch noch häufiger in dieser anderen Welt unterwegs war. Der Welt der Bars und Clubs, des vielen Alkohols, der verrauchten Räume, des oft plumpen Anbaggerns und der manchmal fehlenden guten Sitten. Früher, ja früher…lang ist es her. Dabei bin ich doch noch gar nicht so alt.

Ich frage mich – zugegeben etwas überheblich -, ob wir Milongagänger*innen nicht irgendwie die „besseren Nachtschwärmer“ sind.
Weniger Drogen – mehr Manieren?! Weniger Krach – mehr Kultur?!

5 Kommentare zu „Die besseren Nachtschwärmer?

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  1. An dieser Stelle, möchte ich anmerken, dass es diese als ‚kulturlos‘ apostrophierten Partyleute in vergleichbarer Weise entsprechend auch schon zur Zeit von Lord Byron oder Oscar Wilde gab, die jene beiden zu den wunderbarsten Gedichten und Romanen inspiriert haben …
    … deshalb enttäuscht dann umso mehr der ungerechtfertigte Selbstdünkel in diesem Beitrag.
    Das war so nicht zu erwarten gewesen, deshalb dopplet schade.

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    1. Das war ein flüchtiger Nachtgedanke, der mir kürzlich durch den Kopf ging, als ich tango-glücklich am frühen Morgen in der Bahn stand. Dieser Gedanke erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, das sollte auch in dem Post deutlich werden. Und doch weiss ich aus so manchem Gespräch mit Tangobekannten, dass ich nicht die einzig bin, der dieser Gedanke schon mal in den Sinn kam. Auch wenn ihn das allein natürlich nicht wahr werden lässt, da hast du absolut Recht.

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  2. Ich muß sagen, was Drogen angeht, sehe ich es ähnlich wie BTV. In meiner Jugend war ich, dies betreffend, sicher kein Kind von Traurigkeit. Inzwischen denke ich, schade um die vielen schönen Gehirnzellen. Insofern muß man nicht für jede Idiotie freundliches Verständnis zeigen, sondern kann auch mal Armseligkeit als solche benennen.

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