Frauenpower in der Ronda

„Ich hab ihn einfach festgehalten“, sagt die erfahrene Tanguera auf meine erstaunte Frage, wie sie es geschafft habe, ihren letzten Tanzpartner am willkürlichen Spurwechseln zu hindern. Das macht er nämlich gern, schon seit jeher und völlig unverfroren, ganz egal, wo und wie voll es auf der Tanzfläche ist. Der Lückenspringer. Ein sympathischer Typ, dem frau nicht böse sein kann, auch wenn sich das Tanzen mit ihm oft anfühlt wie ein Trip ins Ungewisse. Da spürt man dann als Folgende am eigenen Leibe, warum es so wichtig ist, dass die Spuren eingehalten werden – zu wissen, in welche Richtung es zumindest grob gehen soll, ist schon mal ein Vorteil für die Koordinationsfähigkeit, ganz zu schweigen von der Achse und der Unversehrtheit des eigenen und anderer Körper im Raum. Und nach diesem Gespräch verstehe ich auch besser, was „aktives Folgen“ unter anderem bedeuten kann: sich nicht alles gefallen lassen, was gegen die Tango-Etikette verstößt. Vielen Tänzern mag sie zu steif sein, aber je länger ich dabei bin, desto mehr bin ich von ihrem Sinn und Zweck überzeugt. Also, liebe Frauen: Folgen heißt nicht Dulden.

Vielen Dank an eine tolle Frau für diesen Gastbeitrag

7 Kommentare zu „Frauenpower in der Ronda

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  1. Um die Absurdität des oben geschriebenen Blogbeitrags etwas zu konterkarieren, möchte ich zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen. Stellen wir uns vor, ein „toller Mann“ hätte folgende Dinge geschrieben:
    „Ich hab sie einfach in die Ecke gequetscht und festgehalten“, sagt der erfahrene Tanguero auf meine erstaunte Frage, wie er es geschafft habe, seine letze Tanzpartnerin an willkürlichen Boleos zu hindern.
    Das macht sie nämlich gern, schon seit jeher und völlig unverfroren, ganz egal, wo und wie voll es auf der Tanzfläche ist. Keine Abgeordnete, aber mit Neigung zu fortgesetzten Rücktritten.
    Ein sympathischer Typ Frau, der man nicht böse sein kann, auch wenn sich das Tanzen mit ihr oft anfühlt wie ein Tritt ins Ungewisse.
    Da spürt man dann als Führender am eigenen Leibe, warum es so wichtig ist, dass die Bewegungen geführt werden, damit die Dame weiss, in welche Richtung es zumindest grob gehen soll und es ist schon mal von Vorteil für die Unversehrtheit des eigenen und anderer Körper im Raum.
    Nein, einfach unvorstellbar! Jeder erfahrene Tanguero würde eine solche Zappelfrau einfach nicht auffordern oder sich von ihr auffordern lassen!
    Vielleicht klingelt es nun auch bei der „erfahrenen Tanguera“ aus dem Blogpost?

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    1. Lieber TangoVifzack, danke dir herzlich für deinen Kommentar zu diesem Gastbeitrag. An Stelle der Autorin ein Kommentar von uns, Berlintangovibes: Egal ob Mann oder Frau, ob Spurwechsler oder Zappeline: Wir wollen doch eigentlich nur das eine: Entspannt tanzen. Balsam für die Tangoseele.

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      1. Werte Damen der BerlinTangoVipers, herzlichen Dank für Eure werte Replik –
        der ich mich aber bedauerlicherweise nicht anschliessen kann: „Egal ob Mann oder Frau, ob Spurwechsler oder Zappeline: Wir wollen doch eigentlich nur das eine: Entspannt tanzen“.

        Ich muss davon ausgehen, dass Ihr mit Eurer Verwendung des Wortes „wir“ nur die jeweils eigene Person meint.

        Hingegen für die Zappel-Philippina und dem Lückentänzer ist Euer Credo „Wir wollen doch eigentlich nur das eine: Entspannt tanzen“ ein wahrhaftiges Oxymoron.

        Philippina will durch feurige Boleos einen spannenden, aufregenden Tanz inszenieren und der Lückenwalder würde beleidigt darauf hinweisen, dass gerade erst seine erratischen Richtungswechsel einen mitreissenden Tanz für seine Tanzpartnerin Wirklichkeit werden lassen.

        Die Aussage, dass im Grunde beide „nur entspannt tanzen“ wollten, würden beide im Brustton der Überzeugung empört von sich weisen.

        Balsam? Jalapeños!

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    1. Lieber Wolfgang, bei diesem Gastbeitrag hält die Autorin wie vorgeschlagen die Klappe. Aber wir von berlintangovibes können auf Senf zu deinen Artikeln nicht verzichten: Sehr treffende Beiträge, vor allen deine Beobachtung zur Ballettstange. Köstlich. Danke dir!

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