Danke Maestro! Eine kurze Unterhaltung mit El Flaco Dany.

lL72SNwZjWWbArIQRNZtrkjp5vAuGiCGcbO2C_UAGNdQOCPJWOPiK_T9KDpR9bA6e_hIvjCJASXH_g1MXDjfzkuxK6gwK-bcc_KMrzTTIQuGwCDdOXg5msWx_bdj6eOD--hCkUAWx4KHbmSLwRrAAmW0mtR2l5MGsaYmwgpscsTRq30WYajyTcmhPFSchon einige Male hatte ich das Vergnügen, bei El Flaco Dany Unterricht zu nehmen. Außerdem war er mir aus der Doku Leyendas del tango danza bekannt.
Der in den 1930ern geborene Porteño tanzt seit über 60 Jahren und ist weltweit für seinen Tango Salon, vor allem aber für seine Milonga con traspié, berühmt.
Er unterrichtet in Amerika, Europa und seiner Heimat Buenos Aires. In seinem Unterricht vermittelt er nicht einfach nur Schritte oder die richtige Körperhaltung, sondern lässt auch an seinen langjährigen Erfahrungen teilhaben und hebt die sozialen Aspekte im Tango hervor.

Nach einer Practica hatte ich kürzlich das Glück, ihn für unseren Tango-Blog interviewen zu dürfen.

Dany erzählt mir, dass er sehr früh zum Tango kam. Bereits als Junge zeigte er Interesse. Wenn sein sieben Jahre jüngerer Bruder eingeschlafen war, zog sich Dany wieder an und folgte seinen Eltern zu den Tanzveranstaltungen. Dort schaute er viel zu und tanzte mit seiner Mutter. „Wir tanzten nicht nur Tango. Damals war auch Foxtrott sehr in Mode. Den tanzte ich auch mit meiner Mutter.“

Später habe er viel mit Freunden getanzt und geübt, man brachte sich gegenseitig das Tanzen bei, klassische Lehrer im eigentlichen Sinne gab es noch nicht. Es war auch üblich, dass die Männer miteinander übten.

Ich merke an, dass es im Gegensatz zu früher heute sehr viele Lehrer*innen gibt. Wie findet man die/den Richtige*n?

Dany empfiehlt, bei mehreren Lehrer*innen Unterricht zu nehmen.
„Sicher, es gibt gute und schlechte Lehrer*innen, aber von jedem wirst Du etwas mitnehmen, etwas lernen. Die Schüler*innen sollen sich selber ihre Lehrer*innen aussuchen und dann entscheiden, was sie gut finden.“

Er berichtet mir, dass er lange Jahre Jurymitglied beim Tango World Championship war. Von den Tänzerinnen und Tänzern, die dort antreten, haben auch viele bei ihm Unterricht genommen. Aber er würde nicht sagen „das ist mein Schüler und er tanzt wegen mir so. Der- oder Diejenige hat auch woanders gelernt und auch dort etwas mitgenommen.“
Leider sind in den letzten Jahren viele Tangogrößen, die auch unterrichtet haben, gestorben. Dany nennt mir Tänzer*innen seiner Generation, die neben ihm noch aktiv sind. Dazu gehören Juan Carlos Copes, Raúl Bravo, María Nieves, Carlos und Rosa Perez, Eduardo Arquimbau und Carlos Rivarola.

Ich frage Dany, wie es zur Milonga con traspié kam.
„Durch Zufall! Ich übte mit einem Freund und wir kamen ins Stolpern! Daraus wurde dann Milonga con traspié!“, lacht er.
„Immerhin wurdest Du für das Stolpern weltberühmt“, sage ich.
Bescheiden entgegnet er mir:
„Es ist nicht Deine Entscheidung, ob Du gut oder schlecht bist. Das entscheiden die Anderen.“

Zum Schluss möchte ich noch erfahren, ob und was sich, aus Danys Sicht, im Tango verändert hat.
„Die Manieren!“, sagt er und seine blauen Augen strahlen. Ganz Gentlemen nennt er mir seine Prioritäten im Tango: Erst kommt die Frau, um die er sich ganz und gar kümmert, sie beschützt. Dann kommt der Rest.
„Aber grundsätzlich hat sich der Tango in eine gute Richtung entwickelt“.
Trotzdem, Respekt und Codex haben aus seiner Sicht nachgelassen.
„Wenn ich tanze, bin ich für das Wohlergehen der Frau verantwortlich, dafür, dass es zu keiner Kollision auf der Tanzfläche kommt. Früher hat sich der Führende, wenn er aus Versehen beim Tanzen ein anderes Paar angerempelt hat, bei dem anderen Paar entschuldigt. Ist dies nicht passiert, konnte der Konflikt schon mal „vor der Tür“ enden und dem „Rempler“ wurde künftig der Zutritt zu der Milonga verweigert. Heute wird zu viel angerempelt und getreten.“
In seinem Unterricht ist es Dany daher auch wichtig, auf diese Aspekte einzugehen.

Wir danken El Flaco Dany herzlich für das Gespräch und auch Gaia Pisauro für ihre Übersetzungshilfe.
Das Bild zeigt El Flaco Dany (rechts) mit Thomas Rieser (links).

Die nächsten Gelegenheiten, bei Dany Untericht zu nehmen sind:

10. Dezember 2017

NOU MITTE
Workshop 1              11:00-12:15 Uhr       Milonga traspié I
Workshop 2              12:30-13:45 Uhr       Milonga traspié II

Max & Moritz
Practica         20-21 Uhr      Caminadas ritmica de Milonga

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