Vom Kritisieren und Kritiken erhalten

Seit gut einem Monat ist Berlin Tango Vibes online. Seit gut einem Monat erhalten wir auch Kritiken aller Art zu unserem Tangoblog. Positive, negative, sachliche, persönliche und solche, die hart an der Gürtellinie vorbeischrammen oder diese sogar unterschreiten. Das alles hilft uns, Sichtweisen zu überdenken, Inhalte oder Formate zu verbessern oder einfach beizubehalten.

Ein guter Zeitpunkt auch mal darüber zu schreiben.

Wir freuen uns, dass unser Blog gelesen wird und die daraus entstehenden Diskussionen zeigen, dass der Austausch über den Tango vielen Tangueras und Tangueros genauso wichtig ist, wie Tango zu tanzen.

Wir schildern unsere Erfahrungen, Beobachtungen und Gedanken zum Tango, jede von uns so, wie sie es subjektiv erlebt oder erzählt bekommt. Das wollen wir auch nicht ändern.

Und es soll sich weiterhin alles rund um Tango drehen. Wenn wir hier nicht über unser soziales Engagement, unser Leben außerhalb des Tangos usw. schreiben, heißt das nicht, dass diese Dinge inexistent sind, sondern nur, dass wir hier nicht darüber schreiben.

Erstaunlich finde ich, dass das „wer steckt dahinter?“ für manch unsere*n Leser*in so wichtig ist. Ist meine Herkunft, mein Job, mein Alter etc. wirklich eine unabdingbare Zusatzinformation, wenn ich eine Rezension schreibe oder davon berichte, was ich auf der Tanzfläche erlebe? Wird einer Kranken- und Gesundheitspflegerin ein anderes Empfinden oder Erleben als einer Magistra Artium der Neueren deutschen Literatur unterstellt oder zugestanden?
Gibt es die irrige Annahme, dass sich eine 22jährige von manchen Situationen zwangsläufig mehr „berührt“ fühlt als eine 44jährige? Ist letztere erfahrener und abgehärteter? Aus der Sicht einer Mitvierzigerin, und somit nicht dem jungen Gemüse zugehörig,  kann ich nur klarstellen, dass sich die „Empfindsamkeit“ immer mal wieder ändern kann und darüber hinaus eine Sache der Persönlichkeit ist.
Ein bisschen frage ich mich auch, ob mein Vater, der in den fünfziger Jahren eine Ausbildung zum Metzger machte und danach Kraftfahrer war, es nun gut oder schlecht fände, wenn seine so gar nicht verwöhnte Tochter dem großstädtischen Bürgertum zugeordnet wird.
Upgrade? Downgrade? Vollkommen egal?

Wie fast alle Blogger*innen schreiben wir nicht „hauptamtlich“, sondern gehen arbeiten und haben weitere Verpflichtungen. Einträge über Begegnungen, Erlebnisse und Empfindungen (und nicht Befindlichkeiten) ergeben sich häufig spontan und sind ja auch unser Ansinnen. Damit die Texte niemanden „erschlagen“ folgen wir in der Regel dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze!“
Beiträge zu Büchern oder „wissenschaftlichen“ Themen benötigen etwas mehr Zeit für die Recherche, so dass sich hieraus deren Gewichtung ergibt. Ihr dürft euch aber auf weitere Buchbesprechungen und Ausflüge in die Wissenschaft freuen.

Am Ende eine ganz persönliche Bitte: Schreibt uns weiter! Tanzt nicht nur, sondern redet auch darüber! Aber gesteht uns eine eigene Meinung zu und macht uns nicht dafür verantwortlich, wenn die Milch in Eurem Morgenkaffee sauer war, die schöne Tanguera oder der schöne Tanguero letztens in der Milonga nicht mit Euch getanzt hat oder es zwischen Milonguero-Stil und Tango-Nuevo-Stil nicht recht funktionieren wollte. Und für die, die uns gar nicht mögen: Verschwendet nicht Eure kostbare Zeit uns zu lesen und darüber zu schreiben, geht tanzen und ignoriert uns und genießt das Leben!

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