No more Notlügen

Verdammt, ich habe es schon wieder getan. Wieder hat mich ein Typ von der Seite angesprochen und zum Tanzen aufgefordert. Wieder wollte ich nicht mit ihm tanzen und wieder habe ich aus Höflichkeit, Nettigkeit oder einfach Dummheit gesagt: „Nein, meine Füße brauchen mal eine Pause.“ Das war eine glatte Lüge. Ich brauche überhaupt keine Pause, meine Füße sind fit wie ein Turnschuh und ich möchte die nächste Tanda sehr gerne tanzen. Aber eben nicht mit ihm. Kaum haben meine Worte meine Lippen verlassen, will ich mir am liebsten auf die Zunge beißen. Oft schaffe ich es, in solchen Situationen einfach nur „Nein.“, „Nein, danke.“ oder auch „Jetzt nicht.“ zu sagen – das finde ich vollkommen ausreichend. Manchmal habe ich aus unerfindlichen Gründen das Gefühl, ich müsse eine entschuldigende Erklärung hinzufügen, und greife zu einer kleinen Lüge, die mein „Nein“ abmildern soll. Danach fühle ich mich schlecht. Ich will keine fremden Männer anlügen, nur weil ich jetzt nicht mit ihnen tanzen möchte. Ich will auch nicht eine ganze Tanda sitzen, nur weil ich gerade zu jemandem gesagt habe, dass ich eine Pause brauche, obwohl das gar nicht stimmt. Ich will meine Lüge auch nicht prompt auffliegen lassen, indem ich zwei Sekunden nach meiner Aussage schon wieder ganz fröhlich und energiegeladen auf die Tanzfläche stürme. Ich will sie mir einfach endlich abgewöhnen, diese blöden Notlügen.

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